Schreiben, Lernen, Wachsen: und warum eure Rezensionen dabei unverzichtbar sind
Manchmal frage ich mich selbst, warum ich überhaupt mit dem Schreiben angefangen habe. Und jedes Mal lande ich bei derselben Erkenntnis: Ich schreibe, um zu lernen. Schreiben ist für mich kein Akt der reinen Kreativität, sondern ein grosses Forschungsprojekt. Ein neugieriger Blick in die Welt, der mich zwingt, tiefer zu graben als im Alltag. Als ich zum Beispiel an Mindfulness für Läufer gearbeitet habe, dachte ich ursprünglich, ich würde nur ein paar meiner Gedanken über Achtsamkeit und Bewegung aufschreiben. Was daraus wurde, war eine Reise in die Neurowissenschaft, in die Psychologie, in uralte Traditionen und in ganz persönliche Erfahrungen. Ich habe gelernt, was im Kopf passiert, wenn die Füsse im Rhythmus auf den Boden treffen. Und wie viel Frieden, Fokus und Klarheit in scheinbar simplen Schritten stecken. Das, was ich beim leichten Traben während ultralangen Distanzen ausübe, liess sich selbst in wissenschaftlichen Studien nachvollziehen. Und das dann in Worte zu fassen, vertieft die Erkenntnisse. Ein wenig wie früher in der Schule: was du schreibst, bleibt besser haften.
Bei Ein Marathon geht immer war es ähnlich – nur intensiver. Da ging es nicht mehr nur um Laufen, sondern um einen Lebenswandel, um Durchhaltevermögen auch in schwierigen Lebensphasen, um die persönliche Geschichte eines Menschen. Aber auch um lustige Begebenheiten anderer Läufer, um mentale Stärke und um dieses irrationale, wunderschöne Gefühl, etwas zu schaffen, von dem man vorher nicht zu träumen wagte. Auch dieses Buch hat meinen Horizont erweitert, mich mit Menschen in Kontakt gebracht, deren Erkenntnisse mich heute noch begleiten. Ich schreibe also nicht, um Antworten zu geben. Ich schreibe, um Fragen zu stellen – und auf dem Weg selbst Wissen aufzusaugen.
Doch egal, wie viel Herzblut, Recherche und Lernlust in einem Buch steckt – am Ende entscheidet nicht nur der Inhalt darüber, ob es seinen Weg findet. Früher reichte ein Platz im Schaufenster einer Buchhandlung. Heute dagegen funktioniert der Buchmarkt eher wie ein riesiger, lauter Marktplatz, auf dem jeder ruft und niemand so richtig weiss, wohin man zuerst schauen soll. Sichtbarkeit entsteht durch Interaktion. Durch Menschen, die ein Buch in die Hand nehmen, darüber sprechen, es teilen oder eben eine Rezension schreiben. Und genau diese Rezensionen sind für Autoren Gold wert. Sie sind die kleinen Signale, die einem Buch helfen, sich durch die Flut der Neuerscheinungen zu kämpfen. Sie beeinflussen, welche Titel in Shops vorgeschlagen werden. Sie entscheiden, ob neue Leserinnen überhaupt auf ein Buch aufmerksam werden.
Aber ihr Wert geht weit darüber hinaus. Für mich persönlich sind Rezensionen wie ein Echo. Ein Zeichen dafür, dass jemand gelesen hat, was ich geschrieben habe, dass meine Gedanken irgendwo da draussen eine Spur hinterlassen haben. Ich lese sie, um zu verstehen, was funktioniert, welche Stellen berühren, welche Ideen nachhallen – und manchmal auch, wo ich vielleicht noch mutiger oder klarer hätte sein können. Jede Rezension, egal ob lang oder kurz, ist wie ein freundlicher Schulterklopfer. Und eine Inspiration zugleich.
Und während der bisherigen Bücher ihren Weg gehen, fängt in mir schon etwas Neues zu keimen an. Noch ist es nicht mehr als ein kleines Pflänzchen. Eine Idee, die leise wächst, sich streckt, manchmal wieder einknickt und dann doch wieder ans Licht will. Ich weiss noch nicht genau, wohin sie führt – das Thema steht bereits fest – der Weg, der Prozess ist aber jedes Mal neu und spannend. Ich kenne dieses Gefühl inzwischen gut: Wenn eine Idee einmal Wurzeln geschlagen hat, lässt sie mich nicht mehr los. Dann möchte ich wieder recherchieren, lesen, lernen, ausprobieren. Und irgendwann, wenn der richtige Moment kommt, setze ich mich hin und schreibe. Nicht, weil ich unbedingt ein weiteres Buch veröffentlichen muss, sondern weil dieses Pflänzchen dann gross genug ist, um eine Geschichte zu tragen.
Vielleicht ist genau das der wahre Grund, warum ich schreibe: weil mich das Schreiben lebendig hält. Weil es mich zwingt, neugierig zu bleiben. Weil ich durch jedes Kapitel, jede Quelle, jedes Gespräch ein Stück mehr über mich und die Welt lerne. Und weil ich hoffe, dass meine Bücher für manche Menschen das Gleiche tun: einen Gedanken anstossen, ein kleines Fenster öffnen oder einfach ein gutes Gefühl erzeugen – sei es beim Laufen, beim Lesen oder irgendwo dazwischen.
Und damit all das seinen Weg findet, damit die Geschichten nicht nur geschrieben, sondern auch gelesen werden, sind Rezensionen so wichtig. Sie helfen den Büchern, ihre eigenen Beine zu bekommen. Und mir helfen sie, weiterzugehen. Weiterzuschreiben. Und dieses kleine, neue Pflänzchen hegen und pflegen, bis es gross genug ist, um in den grossen Garten der Bücherwelt umgepflanzt zu werden.u
✨️ Rezension ✨️
„Mindfulness für Läufer von Maik Becker hat mich sehr inspiriert. Wer Laufen bisher vor allem als Wettkampf gegen die Uhr gesehen hat, kann hier entdecken, wie viel Freude, Leichtigkeit und Bewusstsein in jedem Schritt liegen kann.
Als leidenschaftliche Lauf-Coachin habe ich schon viele Läufer*innen auf ihrem Weg begleitet. Für mich selbst ist Laufen seit jeher mehr als Sport – eine kleine „Glücksfabrik“ im Alltag. Beim Lesen von Beckers Buch habe ich mich immer wieder wiedergefunden. Vieles, was er beschreibt, setze ich selbst seit Jahren in meiner Laufpraxis um und empfehle es auch meinen Coaching-Kunden. Gleichzeitig habe ich viele neue Ideen und Inspirationen entdeckt, die meine Sicht auf bewusstes Laufen bereichern.
Becker zeigt aus eigener Erfahrung, wie Achtsamkeit helfen kann, Stress abzubauen, Verletzungen vorzubeugen und trotzdem die eigene Leistung auf natürliche Weise zu verbessern. Das Buch ist voller einfacher, praktischer Übungen, die sich leicht in den Laufalltag integrieren lassen – vom achtsamen Atmen bis zu kleinen Reflexionen unterwegs.
Wer Maiks Ansatz schätzt, sollte auch sein erstes Buch «Ein Marathon geht immer» lesen – ebenso packend und inspirierend von der ersten bis zur letzten Seite.
Mein Tipp an alle Läufer*innen: wagt es, Laufen einmal aus einem neuen Blickwinkel zu erleben – mit Achtsamkeit, Freude und Herz. Einmal ausprobiert, werdet ihr es nie wieder sein lassen wollen!“
✍️ Rezension von Silvia Gruber
Lebensläuferin & Running Coach
Vielen herzlichen Dank liebe Silvia!
Die Bücher sind direkt hier handsigniert bestellbar oder sonst im Buchhandel oder direkt beim Verlag verfügbar Meyer & Meyer. Der Sportverlag.
