{"id":14175,"date":"2022-09-05T11:50:27","date_gmt":"2022-09-05T11:50:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.actreme.com\/?p=14175"},"modified":"2025-04-18T16:28:48","modified_gmt":"2025-04-18T16:28:48","slug":"leadville-100-the-race-across-the-sky","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maikbecker.ch\/index.php\/2022\/09\/05\/leadville-100-the-race-across-the-sky\/","title":{"rendered":"Leadville 100, The Race Across The Sky"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column][vc_column_text el_class=&#8220;&#8220; css=&#8220;&#8220;]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Dig deep \u2013 Einhundert Meilen f\u00fcr die Ewigkeit<br \/>\n<\/strong>Leadville, Colorado. Seit 1983 ein Begriff in der Trail Lauf Szene. Als in den 2000er Jahren Trail Lauf Veranstaltungen rund um den Globus aus dem Boden schossen, hatte sich die fr\u00fchere Goldgr\u00e4berstadt am Quellgebiet des Arkansas River unter Laufverr\u00fcckten bereits etabliert. Seither versammelt sich jedes Jahr im August eine bunte Schar L\u00e4ufer, um den legend\u00e4ren Leadville 100 in Angriff zu nehmen. \u00a0100 Meilen in der H\u00f6henluft der Rocky Mountains. Bei der Austragung 2022 stehen 750 L\u00e4ufer an der Startlinie. Erfahrungswerte der vergangenen 39 Jahre lassen bereits im Vorfeld erahnen, dass um die 50 Prozent die Ziellinie an 6th Street, Ecke Harrison Ave sehen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um den Spirit dieses Laufes, bzw. dessen Wurzel zu verstehen, gehen wir in der Geschichte etwas zur\u00fcck. W\u00e4hrend des Goldrausches am nahegelegenen Pikes Peak 1860 wurde auf dem Gebiet der heutigen Stadt Leadville Goldseife entdeckt. Die Goldw\u00e4scher taten sich allerdings schwer mit dem Herauswaschen aus dem dichten, braunen Sand. 1876 entdeckten die fr\u00fchen Besiedler Silberadern, in deren N\u00e4he 1877 die Minenbesitzer Horace Austin Warner Tabor und August Meyer die Stadt Leadville gr\u00fcndeten. Damit setzte ein Silberboom ein. 1880 war Leadville eine der gr\u00f6ssten Silberbergbausiedlungen der Welt und hatte \u00fcber 40.000 Einwohner. Nach dem Silber kam die Zeit des Blei, Zink, Kupfer und Molybd\u00e4n.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-14168\" src=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/leadville-leadville.png\" alt=\"\" width=\"1920\" height=\"730\" srcset=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/leadville-leadville.png 1920w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/leadville-leadville-600x228.png 600w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/leadville-leadville-300x114.png 300w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/leadville-leadville-1024x389.png 1024w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/leadville-leadville-768x292.png 768w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/leadville-leadville-1536x584.png 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Leadville verschwand von der Bergbaukarte, als in den 1980er Jahren das Bergwerk in Climax endg\u00fcltig geschlossen wurde. F\u00fcr die Bewohner eine harte Zeit. Damals stand es um die Rocky Mountains Region, etwa zwei Stunden von Denver entfernt, nicht zum Besten. Die Rohstoffgewinnung hatte l\u00e4ngst den wirtschaftlichen Aspekt \u00fcberschritten. In dem, wie eine Filmkulisse aus einem angestaubten Westernstreifen wirkenden St\u00e4dtchen ging die Einwohnerzahl rapide zur\u00fcck. Eine Neuausrichtung musste her.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf der Suche nach einem Austragungsort f\u00fcr einen aussergew\u00f6hnlichen Laufevent nahm Colorados Pr\u00e4sident der Ultra Vereinigung Jim Butera Kontakt zum damaligen Lake County Kommision\u00e4r Ken Chlouber auf. Und dieser sprang auf die im wahrsten Sinne atemberaubende Idee an. Butera entwarf eine Strecke. Bis heute wurde kaum etwas an deren Verlauf ver\u00e4ndert. So war und ist Leadville auf 3&#8217;000 Metern Start- und Zielort. Auf einer Wendepunktstrecke geht es \u00fcber den 3&#8217;840 Meter hohen Hope Pass.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Leadville 100, The Race Across The Sky war geboren. Die erste Austragung fand am 27.\/28. August 1983 mit Jim Butera als Racedirektor unter Assistenz von Ken Chlouber und Merilee Maupin statt. 45 Starter und zehn Finisher wurden damals gez\u00e4hlt. Die Community der alten Minenstadt hat aber von Beginn an die Chance genutzt und den Leadville 100 zu einem der renommiertesten Ultra Trail L\u00e4ufe wachsen lassen. Der Ort tr\u00e4gt den Geist der Veranstaltung mit. Von Anfang an gaben die Organisatoren \u00fcber eine Stiftung der Gemeinde viel zur\u00fcck. Das Rennen und somit Leadville ist zur Touristenattraktion geworden. Der Switch der Stadt zum Outdoorparadies ist gelungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Warum sind Namen in Verbindung mit dem Event so wichtig? Chlouber und Maupin haben der Veranstaltung ihren Stempel aufgedr\u00fcckt. Sie sind bis heute Aush\u00e4ngeschilder des Leadville 100. Mit ihren Motivationsspr\u00fcchen \u201eDig Deep!\u201c stellen sie eine Verbindung zwischen der Herausforderung an jeden Einzelnen und die Bergbaugeschichte des Ortes her. Und im Ziel empfangen sie jeden Finisher pers\u00f6nlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So weit bin ich aber noch lange nicht. An einem warmen Sommertag im August 2022 stehe ich am Flughafen Z\u00fcrich. Ein Direktflug bringt mich nach Denver, in die n\u00e4chstgelegene Stadt. Gedanken kreisen mir durch den Kopf. Den Startplatz konnte ich aus dem Jahr 2020 vortragen. Pandemiebedingt fiel der Wettkampf damals aus. Meine ernstzunehmende richtig lange Laufdistanz liegt ebenso lange zur\u00fcck. Bin ich bereit f\u00fcr anspruchsvolle 161 Kilometer? Es wird mein erster Ausflug in die USA. Geh\u00f6rt hatte ich bereits \u00fcber diese Traditions 100 Meiler. Western States, Hardrock und eben Leadville \u00fcben eine magische Anziehungskraft auf mich aus. So ein Klassiker fehlt mir noch im Palmares. Auf geht\u2019s. Ich liebe das Neue, Unbekannte. Und kann es kaum erwarten, die Startnummer jenseits des grossen Teiches anzulegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Akklimatisieren im Schnelldurchgang<\/strong><br \/>\nDie Einreisemodalit\u00e4ten liessen sich relativ einfach abarbeiten. Reisen wird wieder zur Normalit\u00e4t. Einzig lange Schlangen nach der Ankunft in Denver tr\u00fcben die Stimmung etwas. Es gibt keine Einreisebeschr\u00e4nkungen mehr. Eher die genaue Passkontrolle wird zum Nadel\u00f6hr. Der streng dreinblickende Beamte gibt mir dann auch gleich zu denken. Auf seine Frage, was ich hier mache, antworte ich prompt, ich laufe in Leadville. Schlagfertig kontert er, warum da, ich k\u00f6nne ja \u00fcberall auf der Welt laufen. Gedankenversunken sinniere ich. Ich will ihm nicht erkl\u00e4ren, dass ich das auch mache! Rums, mit Schmackes landet der Visa Stempel auf einer beliebigen freien Seite meines Reisepasses. Er wartet meine Antwort nicht ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-14173\" src=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/saloon-leadville-1.png\" alt=\"\" width=\"1920\" height=\"730\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach Ankunft im beschaulichen, etwas schr\u00e4g wirkenden St\u00e4dtchen Leadville versinke ich in die Bl\u00fctezeit der Gold- und Silbergr\u00e4ber. Von den einst 40\u2018000 Einwohnern blieben gerade einmal 2\u2018500 in der Stadt. Die Harrison Ave als zentrale Strasse spiegelt mit den denkmalgesch\u00fctzten Geb\u00e4uden aus dem sp\u00e4ten 19. und fr\u00fchen 20. Jahrhunderts das Abbild dieser Zeit wider. Ich lasse mich durch den Ort treiben und begegne ehemaligen Helden der Stadt, wie Oscar Wilde, Texas Jack, Horace Austin Warner Tabor oder Doc Holliday. Gute wie B\u00f6se zog der zu erwartende Reichtum an. Mit ihren Westernh\u00fcten und aus alten Trachten schauen sie mich ungl\u00e4ubig an. Was suche ich hier? Bevor ich in eine Schiesserei verwickelt werden, erwache ich aus dem Tagtraum. Erste Anzeichen f\u00fcr Halluzinationen? Nein, eher Sauerstoffmagel. Bereits leichte Anstiege lassen den Puls nach oben schnellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf 3000 Metern H\u00f6he stellt sportliche Bewegung eine Herausforderung dar. Vergangene Woche noch am Strand in Spanien auf Meeresspiegelh\u00f6he, bereite ich mich nun, f\u00fcnf Tage vor dem Wettkampf auf eine Schnellakklimatisierung vor. Wie das geht? Ruhe bewahren und viel trinken. Nicht zu viel wollen. Schlaf finde ich in der ersten Nacht nur bedingt. Die Zeitumstellung tr\u00e4gt ihr \u00dcbriges dazu bei. Es bleiben ja noch ein paar Tage, um den K\u00f6rper und dessen Rhythmus einigermassen anzupassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vom Event, dem Leadville 100 Run sp\u00fcrt man bis zwei Tage vor Start noch nichts in der Stadt. Alles sehr relaxed. Hier und da werde ich auf den Strassen angesprochen. Ob ich f\u00fcr den Lauf hier sei? Man f\u00e4llt auf als Fremder. Neben dem 100 Meiler gibt es \u00fcber den Sommer noch verschiedene andere Ausdauersport Veranstaltungen der Leadville Race Series. Leadman oder Leadwoman kann sich jeder nennen, der an f\u00fcnf zerm\u00fcrbenden Wettk\u00e4mpfen teilnimmt. Ab Ende Juni stehen bis Ende August ein Trail Marathon, ein 50 Meilen Mountainbike Race oder wahlweise 50 Meilen Trail Lauf, ein 100 Meilen Mountainbike Rennen, am Folgetag ein 10 Kilometer Lauf und als Abschluss dann der Leadville 100 Run auf dem Programm. Im Ort gibt es immer wieder den ein oder anderen, der sich daran versucht. Sportlich, die ehemaligen Goldsch\u00fcrfer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die restlichen Tage verbringe ich mit Bekannten bei Kaffee, gutem Essen und der Detailplanung f\u00fcr das Wochenende. Lokale Lauffreunde versorgen mich mit sehr wertvollen Insiderinformationen. Katy, bislang sechs Teilnahmen und ihr Mann Bruce, neun Teilnahmen, kennen den Kurs und jedes Detail aus dem Effeff. Joel, Elitel\u00e4ufer und sp\u00e4terer Siebtplatzierter hat Tipps zu Strategie und Ausr\u00fcstung. Und Mike, Laufkollege aus Texas, verbringt seine sportlichen Wochenenden bevorzugt in der rauen Gegend hier oben. Ein Wissenspool, der viele Unbekannte im Vorfeld aus dem Weg r\u00e4umt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-14162\" src=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/briefing-leadville.png\" alt=\"\" width=\"1920\" height=\"730\" srcset=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/briefing-leadville.png 1920w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/briefing-leadville-600x228.png 600w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/briefing-leadville-300x114.png 300w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/briefing-leadville-1024x389.png 1024w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/briefing-leadville-768x292.png 768w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/briefing-leadville-1536x584.png 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Freitag beginnt dann der Wettkampfstress. Wenn man es Stress nennen kann. Es geht sehr gem\u00fctlich und easy zu. Das Briefing auf dem Football Feld erinnert eher an ein Rockkonzert. Auf einer \u00fcberdimensionierten B\u00fchne wechseln sich Motivationsplattit\u00fcden mit Videoclips vergangener Austragungen ab. Wichtige, neue Informationen zum Wettkampf gibt es nicht wirklich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Anschluss Startnummernausgabe und Abgabe der Drop Bags. Und dort beginnt schon ein wichtiger Teil des Wettkampfes. Es gibt im Total f\u00fcnf M\u00f6glichkeiten, Zip Lock Beutel mit Wechselkleidung, Verpflegung, extra Schuhen etc. zu deponieren. Da es sich um eine Wendepunktstrecke handelt, hat man auf jeden Beutel zweimal Zugriff. Das kenne ich von anderen Rennen so intensiv nicht. Meine vertrauten Insider haben mich motiviert, jeden Beutel mit allem, was ich so an Kleidung mithabe, Essen, kleinen Goodies (Schokolade) und zus\u00e4tzlichen Stirnlampen, Handschuhen, M\u00fctzen auszustatten. Bei solch einer \u00fcberlangen Distanz kann viel passieren. Bei Wetterumschwung oder sonstigen Unvorhersehbarem habe ich somit ein Backup. Und man muss die Dinge nicht f\u00fcr die gesamte Strecke mit sich mitschleppen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pre Race Szenarien<\/strong><br \/>\nEtwas besch\u00e4ftigt mich noch. Am vergangenen Samstag, zwei Tage vor Abflug habe ich mir am rechten Fuss den grossen und den zweiten Zeh schmerzhaft unter einer T\u00fcr angeschlagen. Anfangs noch vorn aufgeplatzt, ist die Wunde mittlerweile trocken. Der zweite Zeh weist eine merkw\u00fcrdige schwarze F\u00e4rbung auf. Nicht blau oder gelb, schwarz. Gebrochen? Ich denke nicht, kann die Gelenke bewegen. Ein Schmerzpunkt liegt dort, wo die Zehen am Fuss ansetzen. Mein Hauptaugenmerk liegt an der Schmerzlinderung. Eine antibiotisch wirkende Salbe soll unterst\u00fctzen. Und heute, am Vortag des Rennens, meditiere ich in den Zeh. Hokuspokus? Nicht, wenn du dran glaubst. Und ich bin fest \u00fcberzeugt, mittels Meditation lernt man seinen K\u00f6rper besser kennen und kann Unliebsames abstellen. Es gibt nichts zu verlieren. Morgen weiss ich mehr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ab dem Nachmittag gibt es dann nur noch eine bevorzugte Stellung: Beine hoch. Nochmal gut verpflegen und um 20.00 Uhr bin ich im Bett. Ein paar Stunden Schlaf, bevor der Wahnsinn endg\u00fcltig los geht. Vor Wettk\u00e4mpfen bin ich unterdessen so entspannt, dass ich schnell in s\u00fcsse Tr\u00e4ume falle.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Wecker klingelt um 2.40 Uhr. Bis zum Start um 4.00 Uhr bleibt gen\u00fcgend Zeit f\u00fcr Fr\u00fchst\u00fcck, K\u00f6rperhygiene, und um die sorgf\u00e4ltig bereitgelegten Sachen und Ausr\u00fcstungsgegenst\u00e4nde am K\u00f6rper zu montieren. Alles in Ruhe, Stress kann ich jetzt keinen gebrauchen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-14171\" src=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/prestart-leadville.png\" alt=\"\" width=\"1920\" height=\"730\" srcset=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/prestart-leadville.png 1920w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/prestart-leadville-600x228.png 600w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/prestart-leadville-300x114.png 300w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/prestart-leadville-1024x389.png 1024w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/prestart-leadville-768x292.png 768w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/prestart-leadville-1536x584.png 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um 3.30 Uhr begleitet mich Mike zum Start. Vom Appartement aus ist es ein f\u00fcnfzehn Minuten Fussweg bis zur sechsten Strasse. Es wuseln schon einige L\u00e4ufer inklusive ihrer Entourage mehr oder weniger aufgeregt durch die Nacht. Alles Verr\u00fcckte. Auf der Suche nach der n\u00e4chsten Goldader. Der Ort hat schon immer Outlaws und Gl\u00fccksj\u00e4ger angezogen. In der Moderne sind das die Trail L\u00e4ufer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und dann geht es schnell. Kurze Ansprache von Ken und Merilee. Das \u201eDiiiiig Deeeeeep\u201c darf dabei nicht fehlen. Und Ken untermauert seine patriotische Haltung noch mit den Worten: \u201e\u2026 und wenn ihr ein Wort braucht, um euch in Bewegung zu halten, erinnert euch an Leadville. Leadville ist das Einzige, was ihr braucht und wo ihr hinwollt!\u201c Und schon ert\u00f6nt, mit melancholischer Stimme vorgetragen die Nationalhymne der Vereinigten Staaten. Voller Stolz und mit der rechten Hand am Herz singen die einheimischen Teilnehmer inbr\u00fcnstig mit. Der erste G\u00e4nsehautmoment des noch so jungen Tages.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Anschluss verbleiben noch wenige Sekunden. Der Speaker z\u00e4hlt von zehn herunter und mit einem lauten Knall aus einem Drilling schickt Ken Punkt 4.00 Uhr die L\u00e4ufer auf die Strecke.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die ersten acht Kilometer des Kurses f\u00fchren von Leadville hinunter zum Lake Turquoise. Eine gute M\u00f6glichkeit des Einrollens. Das Feld ist kompakt, es bietet sich aber ausreichend M\u00f6glichkeiten zum \u00dcberholen auf der breiten Kiesstrasse, auch Boulevard genannt. Es l\u00e4uft. Nice downhill. Ich m\u00f6chte jetzt noch nicht daran denken, dass diese Passage, in umgekehrter Richtung, ja auch die letzte im Rennen sein wird. Joel gab mir den Tipp, in diesem Bereich ein wenig Tempo zu machen und nicht im Feld zu verharren. Sobald der See erreicht ist, geht es auf einem Singletrail entgegen dem Uhrzeigersinn um ihn herum. Wenn man da hinten ansteht, wird das \u00dcberholen schwer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und so cruise ich auf dem herrlich flowigen Trail durch die Dunkelheit. Ganz scheu kommt etwas Morgend\u00e4mmerung auf. Meine Gedanken sind im Hier und Jetzt. Ich verfolge die pinken Markierungsflaggen und geniesse die Ruhe und Abgeschiedenheit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/maikbecker.ch\/index.php\/buecher\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-13064 size-medium\" src=\"https:\/\/www.actreme.com\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Cover_Ein_Marathon_geht_immer-198x300.png\" alt=\"\" width=\"198\" height=\"300\" \/><\/a>Doch pl\u00f6tzlich werde ich aus dieser Lethargie gerissen. Vor mir stauen sich Stirnlampen auf. Es wird diskutiert. Was ist passiert? Fast unglaublich haben wir uns verlaufen. Wir stehen im Wald auf einem Fahrweg ohne Markierungen. Etwa zwanzig L\u00e4ufer. Wir wissen, der Trail f\u00fchrt am See entlang. Also machen wir uns quer durch das Buschwerk in Richtung schwarzes Loch. Mehr ist vom Lake Turquoise nicht zu sehen. Von hinten kommen weitere Lichtkegel angerannt. Diese aber auf dem richtigen Pfad. Das Ungeschick kostet nicht wirklich Zeit und l\u00e4sst mich schmunzeln. Diese Geschichte verfolgt mich. In nahezu jedem Wettkampf komme ich irgendwann vom Weg ab. Hier ist es fr\u00fch im Rennen. Und es soll auch das einzige Mal bleiben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus dem Missgeschick lerne ich. Statt den anderen Mitstreitern zu folgen, setze ich mich an die Spitze der Verirrten und ergreife die Flucht. Schon bald ist der Abstand so gross, dass ich wieder in diesen angenehmen Trott verfallen kann. Solange es geht, tr\u00e4gt mich das Mantra: so laufen, wie ich den ganzen Tag laufen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die erste Verpflegungsstelle Mayqueen ist erreicht. Knapp zwei Stunden habe ich f\u00fcr die Strecke von 12.6 Meilen, also 20 Kilometern gebraucht. Das war \u00fcbrigens auch Teil der direkten Wettkampfvorbereitung: s\u00e4mtliche Distanzen von Meilen in Kilometer umzurechnen. Im Silver Dollar Saloon in Leadville lag die Herausforderung in der Umrechnung von Ounce in Liter beim Bestellen eines Bieres. Das muss ich hier nicht. Meine Wasserflaschen sind noch gut gef\u00fcllt. Ohne Stopp presche ich durch die Aid Station.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr den Moment ist das lockere Laufen auf mehr oder weniger flachem Gel\u00e4nde vorbei. Von Mayqueen aus geht es hinauf zum Sugarloaf Pass. 400 H\u00f6henmeter, sollte kein Killer werden. Und doch zeigt es mir das erste Mal die absolute H\u00f6he auf. Der Pass liegt auf knapp 3\u2018400 Meter. Im schnellen Gang mit Unterst\u00fctzung der Trail St\u00f6cke nehme ich den Anstieg in Angriff. Anfangs auf steinigem Singletrail, sp\u00e4ter auf breiter Schotterpiste geht es bergan. Je h\u00f6her wir kommen, desto mehr sp\u00fcre ich ein fieses Stechen in den Oberschenkeln. Wie ein schleichend aufkommender Muskelkater. Small Talk mit anderen L\u00e4ufern lenkt davon etwas ab. Es l\u00e4sst sich aber nicht sch\u00f6nreden, in der H\u00f6he habe ich keine Power. Sicher ein Resultat der kurzen Zeit vor Ort.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von fr\u00fcheren L\u00e4ufen in H\u00f6hen jenseits der 4\u2018000 Meter, ja sogar auf \u00fcber 5\u2018000 Meter weiss ich, dass das nachl\u00e4sst, sobald man wieder herunterkommt. Ich freue mich bereits richtig auf das lange, steile Bergabst\u00fcck entlang einer st\u00e4ndig surrenden Stromleitung, Powerline genannt. Auch wenn die Beine hier schmerzen, mehr noch als beim Anstieg, sollte jeder negative H\u00f6henmeter Linderung bescheren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Es l\u00e4uft in Colorado<\/strong><br \/>\nVon hier ist die n\u00e4chste Verpflegungsstelle bereits sichtbar. Es ist noch ein ganzes St\u00fcck, bis Outward Bound erreicht ist. Kilometer 38. Schon fast ein Marathon. Unweigerlich kommt mir die Ansage eines Laufkollegen in der Heimat in den Sinn: 160km sind doch nur zwei Marathons hin und zwei zur\u00fcck. Alles also halb so wild.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Outward Bound versammeln sich fr\u00fch am Tag Betreuer und Zuschauer. Die Helfer an den Verpflegungsst\u00e4nden nehmen mir direkt die Wasserflaschen ab. Gef\u00fcllt und wieder verschlossen werden mir diese keine zwei Minuten sp\u00e4ter wieder entgegengestreckt. Ich ersetze die leeren Verpflegungspackungen durch neue kalorienreiche aus dem Drop Bag. Auch dieser steht bereits bereit, sobald ich das Zelt erreiche. Die Helfer geben alles, um jedem Teilnehmer, egal ob Top L\u00e4ufer oder Jedermann maximalen Support zu bieten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-14176\" src=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/singletrail-leadville.png\" alt=\"\" width=\"1920\" height=\"730\" srcset=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/singletrail-leadville.png 1920w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/singletrail-leadville-600x228.png 600w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/singletrail-leadville-300x114.png 300w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/singletrail-leadville-1024x389.png 1024w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/singletrail-leadville-768x292.png 768w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/singletrail-leadville-1536x584.png 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und schon bin ich wieder unterwegs. Vier Wettkampfstunden sind um. Ich bin etwas vor meinem Zeitplan. K\u00fcnstlich verlangsamen bringt nix. Das folgende St\u00fcck wird das langweiligste. Flach, teilweise auf geteerter Strasse. Kopfrunter und durch. Sind ja nur ein paar Kilometer. Und schon ist der n\u00e4chste Checkposten erreicht, Half Pipe. Wir sind bei Kilometer 47. Da ich mich ausgiebig an Outward Bound mit allem Notwendigen beladen haben, f\u00fclle ich nur schnell meine Wasserflasche und verlasse den Verpflegungspunkt nach nicht einmal einer Minute.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf dem R\u00fcckweg wird es hier bereits dunkel sein. Jetzt zeigt mir die Uhr vor neun Uhr am Morgen. Der ganze Tag und auch der Grossteil des Rennens liegen noch vor mir. Was geht mir im Kopf herum? Ruhig bleiben, immer einen Fuss vor den anderen. Essen, trinken. K\u00f6rperscan. Alles im gr\u00fcnen Bereich. Ich bin noch nicht im Ultra Modus. So langsam versuche ich mich auf den \u00fcberlangen Tag, bzw. die unvorhersehbare Zeit, die ich hier draussen verbringen werde, einzustellen. Dieses Teilst\u00fcck ist wirklich langweilig. Ich muss mit meinen Kr\u00e4ften haushalten. Zweifel, die Ziellinie zu sehen, habe ich keine. 30 Stunden sind ausreichend. Die Strecke fordert bislang keine besonderen Anspr\u00fcche. Noch nicht. Ich verstricke mich in Strategiegedanken. Und verliere mich in ihnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich bin mir nicht sicher, ob dieses zu viele nachdenken, die \u00f6de Schotterpiste oder die fehlende Laufpraxis in diesem Sommer dazu f\u00fchrt. Aber pl\u00f6tzlich beginne ich beim Laufen mit Gehpausen abzuwechseln. Irgendetwas in mir blockiert schnelle Schritte. Es ist Rennen und ein schnelles Gehen, die sich abwechseln. Das ist normal bei Ultral\u00e4ufen. Sollte aber erst sp\u00e4ter eintreten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und so freue ich mich auf den leichten Anstieg zum Mini Mt. Elbert. Hier kann ich ohne schlechtes Gewissen mit Stockeinsatz und straffem Marsch hinauf. Gleichzeitig sammle ich wieder Kraft. Auch im Kopf. Den nachfolgenden, auf weichem Untergrund, sich durch lichten Kiefernwald schl\u00e4ngelnden Singletrail bin ich vor zwei Tagen schon einmal gelaufen. Und ich geniesse ihn nun umso mehr. Der Laufschritt ist zur\u00fcck.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Partymeile Twin Lakes und die Vorbereitung auf den gef\u00fcrchteten Hope Pass<\/strong><br \/>\nNur f\u00fcr kurze Zeit. Von weit oben sind bereits tosende Menschenmassen h\u00f6rbar. Mike hat mich auf diese Verpflegungsstelle vorbereitet, bzw. was die L\u00e4ufer hier erwartet. Twin Lakes heisst dieses kleine, ein paar H\u00e4user z\u00e4hlende Kaff. Beim Leadville 100 w\u00e4chst die Zahl der tempor\u00e4ren Einwohner um ein Vielfaches an. Vom Trail aus, etwa hundert Meter \u00fcber dem Ort, ist eine kilometerlange, beidseits der Strasse am See entlang aufgereihte, parkende Autokolonne sichtbar. Am Geschrei, der Musik und dem Rasseln von irgendwelchen l\u00e4rmenden Instrumente l\u00e4sst sich bereits weit vor Erreichen dieses Checkpostens die Ankunft jedes L\u00e4ufers erahnen, der durch das Spalier hindurchmuss.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein letzter kleiner H\u00fcgel und der Blick ist frei auf die Partymeile. Es geht schnell. Nach der Zeitmessmatte kommt schon ein Helfer auf mich zu gerannt. Brauche ich meinen pers\u00f6nlichen Beutel? Wie sieht es mit Wasser aus? Was m\u00f6chte ich an Verpflegung? So schnell kann ich gar nicht antworten, wie er mir die Fragen entgegenwirft. Und das alles in einem tosenden Hexenkessel. Stimmengewirr, Schreie, Applaus, irgendwelche Tonkunst \u2013 ein Mix aus motivierenden Phrasen. Awesome, amazing, great! Das ist mir von den S\u00e4tzen, die mir entgegengeschleudert werden, geblieben. Die Begeisterung der Amis erreicht hier ihren H\u00f6hepunkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">L\u00e4sst mich das kalt? F\u00fcr den Moment, ja. Voller Ruhe tausche ich leere Verpflegungsverpackungen gegen volle aus. R\u00fcste mich f\u00fcr den kommenden Ritt \u00fcber den gef\u00fcrchteten Hope Pass. Trinke. Verpacke alles \u00dcbrige wieder im Dropbag und schon bin ich wieder im Spalier zwischen den Zelten, Betreuern, applaudieren Massen. Irgendwie erkenne ich Mike. Kurzes Nachfragen, ob ich ok sei. Ja, ich f\u00fchle mich gut. Er warnt mich nochmals vor dem Pass. Ruhig angehen, die kommende Sequenz trennt die Spreu vom Weizen. Bis hierhin war alles Kindergeburtstag. Nicht \u00fcberpacen. Ich bin schnell dran. Immer noch vor meiner errechneten Zwischenzeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-14172\" src=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/rivercrossing-leadville.png\" alt=\"\" width=\"1920\" height=\"730\" srcset=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/rivercrossing-leadville.png 1920w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/rivercrossing-leadville-600x228.png 600w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/rivercrossing-leadville-300x114.png 300w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/rivercrossing-leadville-1024x389.png 1024w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/rivercrossing-leadville-768x292.png 768w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/rivercrossing-leadville-1536x584.png 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und schon bin ich wieder allein. Der L\u00e4rmpegel verbleibt mit jedem Schritt hinter mir. Zwei, drei Kilometer und ich stehe am Lake Creek, dem Fluss, der die beiden Seen mit Wasser versorgt. Nach den Regenf\u00e4llen der vergangen Tage (und es regnet immer irgendwann im Laufe des Nachmittages) ist der Pegel \u00fcber Knietiefe angewachsen. Zur Sicherheit hat der Veranstalter beim ersten zu durchquerenden Abschnitt ein Seil zum Halten gespannt. Die Str\u00f6mung ist stark. Die losen, groben Steine lassen sich nur per Abtasten mit den Schuhen erahnen. Ein L\u00e4ufer vor mir zieht die Schuhe aus. Halte ich nicht f\u00fcr n\u00f6tig. Die Erfahrung aus anderen Rennen mit Flussquerungen und nat\u00fcrlich die unverzichtbare Gehwol Fusskrem geben mir ein gutes Gef\u00fchl.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Schuhe laufen sich auf dem folgenden kurzen grasigen Singletrail schnell trocken. Also gef\u00fchlt trocken. Das Wasser ist zumindest entwichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-14167\" src=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/lamas-leadville.png\" alt=\"\" width=\"1920\" height=\"730\" srcset=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/lamas-leadville.png 1920w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/lamas-leadville-600x228.png 600w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/lamas-leadville-300x114.png 300w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/lamas-leadville-1024x389.png 1024w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/lamas-leadville-768x292.png 768w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/lamas-leadville-1536x584.png 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es geht in den Anstieg. Steinig, \u00fcber Wurzeln, steil entlang eines entgegenkommenden, sich herabst\u00fcrzenden, wilden Bergbaches im Wald hinauf. Tempo reduzieren. Nicht zu viel Druck machen. Auf den wenigen Kilometern bis zur Verpflegungsstelle unterhalb des Hope Passes werde ich von einigen L\u00e4ufern \u00fcberholt. Man ist eigentlich nie allein auf der Strecke. Irgendjemand ist immer in Sichtweite.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was aber ist das Besondere an diesem Pass? In unseren Trainingsgefilden gibt es auch Alpenp\u00e4sse und ich habe erst im Juli bei der Nord-S\u00fcd-Alpen\u00fcberquerung 52 dieser Berg\u00fcberg\u00e4nge \u00fcberschritten. Der H\u00f6chste dabei war 2\u2018800 Meter hoch. Und das ist der entscheidende Faktor. Der Leadville 100 findet praktisch immer \u00fcber 3\u2018000 Metern statt. Der tiefste Punkt liegt gerade hinter uns. Die Flusssektion am Twin Lakes. Und von dort geht es nun brutal, auf direktem Wege hoch auf 3\u2018800 Meter. Das ist ein Riesenunterschied. Klingt nach ein paar Metern H\u00f6he mehr. Macht betreffend Sauerstoffversorgung aber viel aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lieber langsam und stetig mit gleichm\u00e4ssigen Schritten als \u00fcberhastet in die ungewohnten H\u00f6henlagen. Viel trinken, immer wieder trinken. Am Verpflegungspunkt erwarten uns neben den Helfern auch etwa zwanzig Lamas. Es gibt keine Strasse hier herauf. S\u00e4mtliches Equipment und die bereitgestellten Getr\u00e4nke wurden seit Dienstag mit Lamas hierher transportiert. Amazing!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-14166\" src=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/hope-pass-leadville.png\" alt=\"\" width=\"1920\" height=\"730\" srcset=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/hope-pass-leadville.png 1920w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/hope-pass-leadville-600x228.png 600w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/hope-pass-leadville-300x114.png 300w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/hope-pass-leadville-1024x389.png 1024w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/hope-pass-leadville-768x292.png 768w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/hope-pass-leadville-1536x584.png 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das letzte Teilst\u00fcck bis rauf zum Pass verl\u00e4uft \u00fcber ein paar gut einsehbare Kehren oberhalb der Baumgrenze. Diese liegt hier in den Colorado Rocky Mountains wesentlich h\u00f6her als bei uns. G\u00fcnstiges Klima l\u00e4sst die Waldgew\u00e4chse bis auf 3\u2018500 Meter emporspriessen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Irgendwie schaffe ich es ohne Schnappatmung bis zu den Gebetsflaggen an der Passh\u00f6he. Dunkle Wolken lassen nichts Gutes Erahnen. Noch schnell ein Erinnerungsfoto und hinein in den Abhang auf der anderen Seite des Passes. Keine zehn Minuten sp\u00e4ter hat sich der Himmel auf n\u00e4chtliches Niveau verdunkelt. Schleusen auf und raus aus den Wolken was geht. W\u00e4hrend wir stoppen und uns die Regenjacken \u00fcberwerfen, kommen uns die Spitzenl\u00e4ufer, die bereits auf ihrem R\u00fcckweg sind, entgegen. Im Shirt, eine Wasserflasche in der Hand, der ein oder andere auch mit einer leichten Jacke. Insgesamt sehen sie recht relaxt aus. Sie sind allesamt an die H\u00f6he angepasst und trainieren w\u00e4hrend Monaten in der Gegend.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Davon kann ich grad nur tr\u00e4umen. Der Regen, die H\u00f6he, das steil abfallende Terrain, der schl\u00fcpfrige Untergrund \u2013 diese Kombination haben mir den Stecker gezogen. Meine Beine f\u00fchlen sich leer an. Die Oberschenkel brennen. Mehr wankend als gehend taste ich mich die vier Kilometer hinab ins Tal des Clear Creek. Bis zum Wendepunkt in Winfield ist es nur noch sechs Kilometer. H\u00fcgelig rollt die Strecke dahin. Immer mehr L\u00e4ufer kommen entgegen. Der Regen hat aufgeh\u00f6rt, die Sonne kommt raus. Das motiviert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-14174\" src=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/schlechtwetter-leadville.png\" alt=\"\" width=\"1920\" height=\"730\" srcset=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/schlechtwetter-leadville.png 1920w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/schlechtwetter-leadville-600x228.png 600w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/schlechtwetter-leadville-300x114.png 300w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/schlechtwetter-leadville-1024x389.png 1024w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/schlechtwetter-leadville-768x292.png 768w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/schlechtwetter-leadville-1536x584.png 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kurz vor dem Checkposten erkenne ich dann auch Bruce. Er sieht gut aus und ist solide unterwegs. Seinem zehnten Finish scheint nichts im Wege zu stehen. Ein knappes \u201ehi\u201c und ein paar Floskeln. Und weiter geht\u2019s bis zur Zeitmessmatte am Wendepunkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Verpflegungspunkt nehme ich mir richtig Zeit. Eine Bouillon, ein paar Nudeln (diese asiatische Fertigsuppe ist die einzig warme Verpflegung, die bereitgestellt wird), ich sortiere meinen Rucksack neu. Die komplette zweite Garnitur an Laufsachen, die ich hier im hinterlegten Beutel deponiert habe, ben\u00f6tige ich nicht. Noch ein wenig ausruhen und Ruhe tanken und ich bin wieder unterwegs. Die gelaufenen 80 Kilometer geht es nun in umgekehrter Richtung zur\u00fcck. Katy fliegt mir entgegen. Sie erreicht den Checkposten auch sehr konstant.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zweite Runde Hope Pass<\/strong><br \/>\nDas Anlaufst\u00fcck bis zum Passanstieg nutze ich, um meinen K\u00f6rper zu sortieren. Die Beine waren beim Bergabst\u00fcck verdammt schwer. Und bald geht es dieses steile St\u00fcck hinauf. Ich muss Tempo rausnehmen. Die Kraftwerke der Muskelzellen schreien nach mehr Sauerstoff. Der fehlende Partialdruck hier in der H\u00f6he Colorados macht sich schmerzhaft bemerkbar. Bereits kurz nach dem Wiedereinstieg zum Pass muss ich mich kurz sammeln. \u00dcbelkeit kommt auf. Ich will hier nicht lange verharren. In meinem Kopf gibt es nur eine Richtung. Ich weiss genau, sobald ich den Pass \u00fcberschritten habe, geht es gel\u00e4ndem\u00e4ssig bergab und k\u00f6rperlich bergauf. Es ist eine Qual. Nicht sch\u00f6n mit anzusehen. Immer wieder stopp auf die St\u00f6cke gest\u00fctzt. Ein Gef\u00fchl des Erbrechens schleicht sich ein. Ich will allerdings partout nichts hergeben, was ich an Energie \u00fcber die Nahrung aufgenommen habe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Katy \u00fcberholt mich wild keuchend. Sie ist weit nach vorn gebeugt und st\u00fctzt sich mit den H\u00e4nden auf den Knien. Immer wieder wird ihr Rhythmus durch tiefe Atemz\u00fcge unterbrochen. Es geht also nicht nur mir schlecht. Sie wird mir sp\u00e4ter berichten, dass sie diese Passage nur mit Gewalt nehmen konnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich f\u00fchle mich dem Himmel so nahe. Nicht nur der H\u00f6he wegen. Mein K\u00f6rpergef\u00fchl ist auf Apathie gestellt. Die Umgebung, die anderen Teilnehmer, es verschwimmt alles etwas. Ich bin am Sterben. Diesen Tod, den man als Ultral\u00e4ufer gern stirbt. Es sind nur noch vielleicht 200, 100 H\u00f6henmeter. Ich sehe die letzten Kehren an der Passh\u00f6he. Und bringe auch dieses Mal den Anstieg hinter mich. Er hat mich nicht kleingekriegt, der ikonische Hope Pass. Ein ungeschriebenes Blatt sagt: wer beim Leadville 100 den Hope Pass von beiden Seiten bezwungen hat, hat eine gute Chance, die Ziellinie zu sehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-14160\" src=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/ausblick-leadville.png\" alt=\"\" width=\"1920\" height=\"730\" srcset=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/ausblick-leadville.png 1920w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/ausblick-leadville-600x228.png 600w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/ausblick-leadville-300x114.png 300w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/ausblick-leadville-1024x389.png 1024w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/ausblick-leadville-768x292.png 768w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/ausblick-leadville-1536x584.png 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit diesem Ansatz im Hinterkopf cruise ich zur\u00fcck nach Twin Lakes. Die nimmerm\u00fcden Betreuer der L\u00e4ufer l\u00e4rmen noch immer vor sich hin. Es ist sp\u00e4ter Nachmittag. Die vergangenen 40 Kilometer haben mich acht Stunden gekostet. Das hatte ich f\u00fcr meinen Rennverlauf anders geplant. Aber so ist das bei einer langen Distanz. Es ist nichts komplett planbar. Unvorhergesehene Umst\u00e4nde machen es umso spannender.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit mir stirbt dann auch gerade meine Laufuhr. Die Powerbank, die die Uhr laden soll, verrichtet nicht den gewohnten Dienst. Brauche ich die Uhr? Nein. Ich kenne die Strecke. Einzig das maximale Zeitfenster von 30 Stunden interessiert mich. Das sollte ich irgendwie im Auge behalten. Daf\u00fcr habe ich notfalls mein Handy. Alles Utensilien, die die sp\u00e4rlich ausger\u00fcsteten Elitel\u00e4ufer getrost zu Hause gelassen haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Unerwartete Begleitung<\/strong><br \/>\nIm Wechselbeutel habe ich f\u00fcr diesen Stopp ein kleines Goodie eingepackt. Als Belohnung f\u00fcr die Passquerung. Eine silbrig leuchtende Dose Budweiser erg\u00e4nzt mein Angebot an Erfrischungsgetr\u00e4nken. Gemischt mit Cola soll es mich in die hereinbrechende Nacht puschen. Dieses Mal nehme ich mir wieder richtig Zeit am Verpflegungsposten. Neue Socken (lange, warme), ein langes Oberteil und eine zus\u00e4tzliche Stirnlampe entnehme ich meinem pers\u00f6nlichen Beutel. Mike ist hier und organisiert mir alles, was ich ben\u00f6tige. Er nimmt meine Uhr mit zum Aufladen. Am n\u00e4chsten Checkposten wird er sie mir ausreichend geladen f\u00fcr den Rest der Strecke zur\u00fcckgeben. Wenn das doch nur auch mit meinen Beine ginge.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist \u00fcbrigens ein grosser Unterschied zu den Rennen in Europa. Hier hat gef\u00fchlt jeder L\u00e4ufer seine Betreuer dabei. Diese fahren dann von Verpflegungsstelle zu Verpflegungsstelle und umsorgen ihren Sch\u00fctzling mit allem Notwendigen. Die Anfahrt zu diesen Punkten ist jeweils einfach zu bewerkstelligen. Essen wird vorbereitet bereitgestellt. Das w\u00e4re \u00fcbrigens einer der wenigen Kritikpunkte beim Leadville 100. Von Chips, H\u00fchnersuppe, Cola und anderen S\u00fcssgetr\u00e4nken und ein paar Fr\u00fcchten bestreitet man keine 160 Kilometer. Aber eben, es ist eine andere Kultur: die L\u00e4ufer bringen sich feste Nahrung mit, bzw. haben ihre Crew, die sich darum k\u00fcmmert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und noch etwas ist anders als bei meinen bisherigen Ultrarennen. Ab diesem Checkposten hier in Twin Lakes, also ab Kilometer 100 kann der L\u00e4ufer einen Pacer einsetzen. Einen was? Sagen wir mal eine Begleitung. Denn der Begriff Tempomacher trifft nur f\u00fcr die Pacer der f\u00fchrenden zu. F\u00fcr alle anderen ist es eher eine Hilfsperson auf dem Weg zur\u00fcck nach Leadville. Diese Begleiter werden auch gern als Packesel bezeichnet. Sie d\u00fcrfen s\u00e4mtliches Equipment der L\u00e4ufer tragen. So sieht man auch auf den verbleibenden 60 Kilometern die Top 10 einzig mit der Wasserflasche am Handgelenk. Zusatzkleidung, Nahrung etc. ist im Rucksack des Pacers.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-14177\" src=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/trail-leadville.png\" alt=\"\" width=\"1920\" height=\"730\" srcset=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/trail-leadville.png 1920w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/trail-leadville-600x228.png 600w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/trail-leadville-300x114.png 300w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/trail-leadville-1024x389.png 1024w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/trail-leadville-768x292.png 768w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/trail-leadville-1536x584.png 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich bin mir das so nicht gew\u00f6hnt. Ich mag es, allein zu laufen. Mike will mich auf den letzten 40 Kilometern des Rennens begleiten. Er hat sich die Pacer Startnummer bereits geholt. Alles gut organisiert, immer nur ein Pacer pro L\u00e4ufer ist erlaubt. Hier in Twin Lakes stehen nun erwartungsvoll diese Pacer und warten auf ihre Athleten. Wenn diese es \u00fcber den Hope Pass schaffen. Wir kommen ins Gespr\u00e4ch mit einer Pacerin, deren L\u00e4uferin es nicht innerhalb der erforderlichen Zeit \u00fcber die Passh\u00f6he schaffte. Diese L\u00e4ufer werden aus dem Rennen genommen und m\u00fcssen zur\u00fcckwandern nach Twin Lakes. Nicole aus Wisconsin sah sich nun nach einem L\u00e4ufer um, der eine Begleitung f\u00fcr die kommenden Kilometer sucht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mike gibt ihr zu verstehen, dass ich lieber allein laufe. Und das er ab dem Checkpoint Outward Bound mit mir unterwegs sein wird. Und das Gespr\u00e4ch ist f\u00fcr den Moment beendet. Je l\u00e4nger ich so sitze und mich verpflege, freunde ich mich mit dem Gedanken an, dass mich jemand in die hereinbrechende Nacht begleitet. Von meinem kurzzeitigen Tod hatte ich mich erholt. Ich wollte aber versuchen, die anstehenden Kilometer im Laufschritt zu bew\u00e4ltigen. Und daf\u00fcr w\u00e4re etwas Motivation gar nicht so schlecht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nicole steht immer noch hinter mir. Wir tauschen schnell ein paar Worte aus und stimmen uns \u00fcber die Zusammenarbeit ab. Bis wohin sie mich begleiten wird (bis zur \u00dcbergabe an Mike bei Outward Bound), was ich beim Laufen mag und was nicht (zum Gl\u00fcck hat sie keine Musik dabei), dass ich mittlerweile sehr langsam unterwegs bin (sie wird in sechs Wochen ihren ersten 100 Meiler bestreiten und sucht genau diese Erfahrung). Und dann geht es los. Raus aus dem Partytempel Twin Lakes und \u00fcber den knackigen Anstieg, der mir am Morgen beim bergabcruisen gar nicht so steil vorkam, zur\u00fcck auf den flowigen Trail mit Blick auf die beiden Seen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Nacht bricht herein<\/strong><br \/>\nDas mit dem Blick sollte sich schon rasch erledigen. Hinein in den Wald und es ist, als h\u00e4tte jemand das Licht ausgeschaltet. Die Stirnlampen sind bereits montiert. Zwei Lichtkegel leiten uns an immer mehr L\u00e4ufern vorbei. Es hat wirklich jeder einen Pacer. Ganz vereinzelt taucht mal ein alleiniger L\u00e4ufer auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Mini Mt. Elbert erreichen uns erste Tropfen. Nicole ist eine verl\u00e4ssliche Begleitung. Wir bahnen uns weiterhin den Weg durch die D\u00e4mmerung. Small Talk. Ein paar Worte zu ihrem bevorstehenden Wettkampf. Ich bin im Renntempo. Aus den Tropfen wird heftiger Regen. Wir schaffen es gerade noch rechtzeitig, die Regenjacke \u00fcberzust\u00fclpen. Mit dem Wasser kommt die K\u00e4lte. W\u00e4hrend die Temperaturen tags\u00fcber auf 25 Grad kletterten, fallen sie nun rasch wieder in den einstelligen Bereich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mike sollte an der Aid Station Half Pipe, 15 Kilometer nach Twin Lakes, auf uns warten. Aufgrund der Regenvorhersage wollte er schauen, ob wir etwas ben\u00f6tigen. Noch bevor wir ihn ersp\u00e4hen k\u00f6nnen, \u00fcberrascht mich meine Pacerin. Ob sie hier bereits stoppen k\u00f6nne und mit Mike die verbleibende Strecke zum Outward Bound im Auto fahren k\u00f6nne, war ihre dringende Frage. Aber klar, ich bin es ja gewohnt, allein zu laufen. Sie hat kalt. Und genug von der gemeinsamen Nacht \ud83d\ude09. Ehe ich mich versah, sass sie im warmen Fahrzeug. So schnell sie auftauchte, so schnell war sie auch wieder weg. Nichtsdestotrotz bin ich Nicole sehr dankbar f\u00fcr diese gemeinsamen Meilen. Dank ihrer Ablenkung konnte ich einen Grossteil davon rennend zur\u00fccklegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-14165\" src=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/fans-leadville.png\" alt=\"\" width=\"1920\" height=\"730\" srcset=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/fans-leadville.png 1920w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/fans-leadville-600x228.png 600w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/fans-leadville-300x114.png 300w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/fans-leadville-1024x389.png 1024w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/fans-leadville-768x292.png 768w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/fans-leadville-1536x584.png 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Regen hatte aufgeh\u00f6rt und der Himmel zeigt sich sternenklar. F\u00fcr die Wechselkleidung, die mir Mike reicht, bin ich sehr dankbar. Warm von Kopf bis Fuss geht es weiter durch die Nacht. Es ist nicht mehr weit bis zum Verpflegungsposten Outward Bound, bei dem Mike laufbereit auf mich wartet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf einer unendlich scheinenden Weidefl\u00e4che quittiert die Stirnlampe mit dreimal kurzem Blinken ihren Dienst. Unter Hilfe der schw\u00e4cheren Ersatzlampe konnte ich den Akku des lichtstarken Scheinwerfers schnell wechseln. Daf\u00fcr musste ich den Rucksack abnehmen und die Trail Running St\u00f6cke beiseitelegen. Nachdem alles wieder verpackt war, bin ich bereit f\u00fcr den Katzensprung bis Outward Bound. Vielleicht noch zwei Kilometer. Die festlich beleuchteten Pavillonzelte strahlen weit \u00fcber die Ebene.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Mit dem Pacer geht es ans graben<\/strong><br \/>\nMike wartet vor dem Checkposten. Es soll nochmal eine M\u00f6glichkeit f\u00fcr solide Verpflegung sein. Auf meine Nachfrage nach einem heissen Tee in der K\u00e4lte ernte ich wiederholt ein Kopfsch\u00fctteln. Eine Helferin allerdings fragt, ob eine heisse Schokolade auch in Ordnung sei. Juhui! Eine kleine Freude in der Nacht. Mit w\u00e4rmendem Schokoladenkrug sitze ich an einem Gasheizer. Die W\u00e4rme hier im Zelt verf\u00fchrt. Verf\u00fchrt zum Tr\u00e4ge werden. Nicht zu lange verweilen. Raus und weiter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dig deep! Grabe tief! Sp\u00e4testens ab diesem Punkt hier kommt die Motivationsfloskel aufs Tablett. 125 Kilometer liegen hinter mir. Outward Bound verlassen wir zu zweit auf einem St\u00fcck asphaltierter Strasse. Ich kann die Verantwortung eines erfolgreichen Zieleinlaufes vor Ladenschluss nun teilen. Mike ist frisch und bereit. Und meine Uhr ist wieder voller Saft. Die Energiereserven im Rucksack sind aufgef\u00fcllt. Es ist irgendwas um 22.00 Uhr. Seit 18 Stunden unterwegs. Der Sieger ist bereits \u00fcber die Finishline. F\u00fcr mich bleiben noch 38 Kilometer. Unendliche Kilometer. Das h\u00e4rteste St\u00fcck liegt noch vor uns.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wo soll man denn da eigentlich graben? In mir, ja. Aber was kommt dann zum Vorschein. Was treibt uns weiterhin an, wenn wir tief in uns gehen? Es ist zum einen Erfahrung, die bereits Erlebtes mit der aktuellen Situation abgleicht. Haben wir schon einmal \u00c4hnliches durchgemacht, wird die Bewertung einfacher ausgehen als bei komplett neuen Eindr\u00fccken. Vor dem Wettkampf bereits positive Bilder in unserem Oberst\u00fcbchen hinterlegen und diese in schwierigen Umst\u00e4nden abrufen, hilft ebenso. Ich programmiere mir hierf\u00fcr gern einen Film. Je nach Stimmung, \u00fcber die Entwicklung w\u00e4hrend der ersten Jahre der Kinder oder auch eine Reise, die Eindr\u00fccke hinterlassen hat. Wichtig: VOR dem Wettkampf bereits festlegen, was im Gehirn gefunden werden soll. Ansonsten kann man graben und graben und bekommt die ganze Kiste an Filmspulen geliefert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-14163\" src=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/colorful-leadville.png\" alt=\"\" width=\"1920\" height=\"730\" srcset=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/colorful-leadville.png 1920w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/colorful-leadville-600x228.png 600w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/colorful-leadville-300x114.png 300w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/colorful-leadville-1024x389.png 1024w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/colorful-leadville-768x292.png 768w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/colorful-leadville-1536x584.png 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was auch funktioniert sind fiktive Bilder, die wir uns im Kopf zurechtlegen. Das kann die \u00dcberquerung der Ziellinie, freudestrahlend und mit erhobenen Armen oder ein Bild mit Medaille um den Hals oder zuoberst auf dem Siegerpodest sein. Gute physische Vorbereitung und gezieltes Training sind auch von Vorteil, wenn es im Wettkampf nicht so l\u00e4uft. Klingt logisch? Ja, aber warum h\u00f6re ich dann oft: ich habe so viel trainiert und doch musste ich den Wettkampf vorzeitig abbrechen. Oft sind die Intensit\u00e4ten einfach zu hoch. Das hat nicht viel mit sinnf\u00fchrendem Training zu tun. Nat\u00fcrlich, es st\u00e4rkt das Selbstvertrauen, wenn es im Training l\u00e4uft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zweifel werden im Vorfeld beseitigt. Das ist ein weiterer Punkt, auf den man sich berufen kann, wenn der Schweinehund besiegt werden muss. Selbstvertrauen ist ein wichtiger Schl\u00fcssel zum Erfolg. Zweifel sind wie eine angezogene Handbremse, die im schlimmsten Fall komplett blockieren kann. In den vergangenen Jahren und mit zunehmender Lebensreife ist aber noch etwas ganz anderes elementar geworden. Ich brauche eine innere Zufriedenheit, um leistungsf\u00e4hig sein zu k\u00f6nnen. Zufriedenheit mit sich selbst, seinem Umfeld, seinem Lebensstil, seinem Dasein. Wettk\u00e4mpfe sind f\u00fcr mich vom Kampfcharakter abgekommen. Es ist jeweils eine Reise, auf die ich mich begebe. Hier in Leadville \u00fcber satte 161 Kilometer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bilder in meinem Kopf sind etwas vernebelt. Aber wenigstens da. Ein Laufschritt ist nur noch bedingt m\u00f6glich. Es ist kein Schmerz, der mich blockiert. Vielmehr die M\u00fcdigkeit in den Beinen, im ganzen K\u00f6rper. Schemenhaft nehme ich einzelne Anfeuerungsrufe vom Streckenrand wahr. Das positive L\u00e4cheln ist einem starren Gesichtsausdruck gewichen. \u00dcberlebenskampf. Gedanklich immer mit positiven Ausgang spielend. Zufrieden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist stockdunkel. Das Surren der Powerline kommt n\u00e4her. Diese Elektroleitung, an der es fr\u00fch morgens steil bergab ging. Verunsichert, ob ich bergab oder bergan bevorzuge, stehe ich schon im steilen Anstieg. Die Arme treiben die St\u00f6cke in den harten Untergrund. In diesem Moment leisten sie gef\u00fchlt mehr Arbeit als die Beine. Zweieinhalb Stunden habe ich f\u00fcr die zehn Kilometer bis rauf zum Sugarloaf Pass ben\u00f6tigt. Es soll der letzte lange Anstieg, der letzte steile Anstieg sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-14170\" src=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/powerline-leadville.png\" alt=\"\" width=\"1920\" height=\"730\" srcset=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/powerline-leadville.png 1920w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/powerline-leadville-600x228.png 600w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/powerline-leadville-300x114.png 300w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/powerline-leadville-1024x389.png 1024w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/powerline-leadville-768x292.png 768w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/powerline-leadville-1536x584.png 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine halblegale, zumindest in keiner Streckenausschreibung auftauchende Verpflegungsstelle erwartet uns mit lauter Musik. Ich nehme wahr, dass das Motto der begeisterten Betreiber dieses kleinen Festplatzes mitten im Wald Freiheit und eine alternative Lebensform ist. Dementsprechend sind auch die Angebote gestaltet: Mike kippt auf ex einen Whiskey runter. Nein danke, mir ist im Moment richtig \u00fcbel. Beim Vorbeigehen bietet mir eine in ein langes Gewand geh\u00fcllte, an einem Lagerfeuer stehende Frau im besten Alter irgendwelche Drogen an. Nein danke, mir ist schwindelig genug. Taumelnd verlasse ich diesen geheimnisvollen Ort.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der folgende Teilabschnitt ist mir nur schwach in Erinnerung. Es geht \u00fcber eine sich in die L\u00e4nge ziehende Schotterpiste runter bis zum Beginn des Lake Turquoise. Dort erwarten uns an der letzten Verpflegungsstelle Mayqueen unerm\u00fcdlich applaudierende Zuschauer. Crewmitglieder der anderen L\u00e4ufer. Ebenso Ausdauerathleten, die den ganzen Tag unterwegs sind. Und sich hier die Nacht in Campingst\u00fchlen mit Warten um die Ohren schlagen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sitzen, erst einmal sitzen. Vier Stunden sind wir von Outward Bound unterwegs. F\u00fcr 18 Kilometer. Das Ding zieht sich. Mantraartig rede ich immer wieder auf mich ein. Ein Fuss vor den anderen. Es bleibt genug Zeit. Ich muss nur irgendwie durchkommen. Noch 20 Kilometer. Das ist nur noch ein Halbmarathon. Ein Klacks. Wenn nur diese schwere M\u00fcdigkeit nicht w\u00e4re.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die M\u00fcdigkeit kennt keine Gnade<\/strong><br \/>\nWeiter. Immer weiter. Das Gehen ist zum Wanken verkommen. Die Augen fallen mir zu. Ich ertappe mich, wie ich bei einem Schritt einschlafe. Einzig die St\u00f6cke k\u00f6nnen einen Sturz verhindern. Mike versucht mich mit Gespr\u00e4chen wachzuhalten. Das funktioniert bedingt. Andere L\u00e4ufer in \u00e4hnlicher, der Wettkampfzeit entsprechend rasanter Geschwindigkeit tauchen immer wieder auf. Meine Fantasie gibt sich ihren Lichtkegeln hin. Ich sehe H\u00e4user. Mitten im Wald. Die W\u00e4nde sind durchsichtig. Auf einer Couch sitzen meine Kinder und schauen auf einer Kinoleinwand einen Film. Jesus schwebt darin in Jeanshosen. Von Mike bekomme ich nur ein fragendes \u201eWhat?\u201c zugerufen. Er kann mich nicht verstehen. Ich spreche auf Deutsch zu ihm. Sprachen lassen sich nicht mehr auseinanderhalten. Die Augen fallen mir wieder zu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am liebsten m\u00f6chte ich mich einfach fallen lassen. So geht es nicht weiter. Unter einer weiten Tanne entdecke ich einen trockenen Fleck Erde. Vom Regen ist der Boden rechts und links des Trails nass durchtr\u00e4nkt. Hier aber, wie ein samtenes Bett weicher, trockener Waldboden. Mike gesteht mir eine drei (!) Minuten Schlafpause zu. Es ist die Aufgabe des Pacers, Entscheidungen abzunehmen, wenn der eigene Verstand nicht mehr funktioniert. Aber warum nur drei Minuten. Ich k\u00f6nnte hier gut und gern eine ganze Stunde schlafen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich willige ein und schon liege ich mit Rucksack auf die Seite gerollt am Boden und falle in einen tiefen Schlaf. Von selbst erwache ich, noch bevor mich mein Pacer Partner mit Kiefernzapfen bewerfen muss. F\u00fcr den kommenden Moment bin ich hellwach. Und kann pl\u00f6tzlich wieder richtig Gas geben. Was man nachts um 3.00 Uhr, nach 23 Stunden auf den Beinen so unter Gas geben versteht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dank Power Nap und Mike\u2019s Hartn\u00e4ckigkeit auch im weiteren Verlauf erreichen wir morgens nach f\u00fcnf Uhr die Stadtgrenze von Leadville. Im Kopf ist Leadville das Ziel. Und doch sind es noch gute sechs Kilometer leichten Anstiegs, die uns von der Stadtmitte trennen. Die Sonne bahnt sich ihren Weg durch die Wolkendecke. Die Spitze des Mt. Elbert (4401 Meter) wird in der Ferne in orangefarbene T\u00f6ne getaucht. Der Genussmodus ist zur\u00fcck. Wir teilen ihn mit anderen Teilnehmern, die nun auch keinen Zweifel mehr am erfolgreichen Finish lassen. Ephorie macht sich breit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der breite Boulevard kann dem keinen Abbruch machen. Dieser leichte Anstieg w\u00e4re unter normalen Umst\u00e4nden in vollem Tempo rennbar. Nach \u00fcber 150 Kilometern ist ein straffes Wandern v\u00f6llig ausreichend. Das K\u00f6rpergef\u00fchl ist zur\u00fcck. An die vergangenen beiden Stunden habe ich kaum Erinnerungen. Umso wacher bin ich nun. Der Geist bereitet sich auf den magischen Moment vor. \u00dcber 27 Stunden sind vergangen. Und schon bald soll das alles vorbei sein? Melancholie und Gl\u00fccksgef\u00fchle paaren sich auf der Teerstrasse in Richtung Harrison Ave. Immer mehr Zuschauer s\u00e4umen den Strassenrand. Applaus. Great job. Well done. Awesome, amazing, great.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beim \u00dcberschreiten der Ziellinie verdr\u00fccke ich mir ein paar Tr\u00e4nen. Ich musste tief graben, um die Ziellinie zu sehen. Habe nie daran gezweifelt. Und doch gibt es immer wieder diese grossen Unbekannten. Sich ihnen zu stellen und sie anzunehmen und f\u00fcr sich nutzen zu k\u00f6nnen, macht eine \u00fcberlange Distanz aus. Merilee \u00fcberreicht mir die Medaille und Ken die begehrte G\u00fcrtelschnalle. Symbole eines der h\u00e4rtesten L\u00e4ufe, die ich absolviert habe. Die Bilder in meinem Kopf werden einen sehr speziellen Platz behalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-14169\" src=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/medal-buckle-leadville.png\" alt=\"\" width=\"1920\" height=\"730\" srcset=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/medal-buckle-leadville.png 1920w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/medal-buckle-leadville-600x228.png 600w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/medal-buckle-leadville-300x114.png 300w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/medal-buckle-leadville-1024x389.png 1024w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/medal-buckle-leadville-768x292.png 768w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/medal-buckle-leadville-1536x584.png 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Leadville 100 ist viel mehr als ein Laufevent. Es ist eine Reise. Eine lange. Durch die Berge Colorados und durch die Zeit. Es ist ein besonderer Lauf. Nicht die Distanz oder die H\u00f6he machen schlussendlich den Unterschied. Es ist die Begeisterung, die Geschichte und der Spirit, die auf jedem Meter pr\u00e4sent sind. Es gibt Dinge, die kann man nicht mit Worten beschreiben. Der Lauf wirkt wie ein Rausch, ein neuzeitlicher Goldrausch. Ken\u2019s Worte an der Startlinie werden mir in Erinnerung bleiben. Remember Leadville. Und ich will.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>L\u00e4chelnd \u00fcber die Ziellinie<\/strong><br \/>\nMein pers\u00f6nliches Fazit f\u00e4llt positiv aus. Das Hauptziel, den Lauf innerhalb der geforderten 30 Stunden zu beenden, ist erreicht. Mit etwas mehr Laufkilometern im Training w\u00e4re es mir sicher einfacher gefallen. Den defekten Zeh habe ich w\u00e4hrend des Laufes nicht gesp\u00fcrt. Wegdenken funktioniert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Leadville hat mich nicht gebrochen. Im Gegenteil. Das Feuer lodert. Ideen f\u00fcr neue Wettk\u00e4mpfe wachsen heran. Neue Reisen. Um den Globus und in K\u00f6rper und Psyche. Bleibt neugierig!<\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column][vc_column_text el_class=&#8220;&#8220; css=&#8220;&#8220;] Dig deep \u2013 Einhundert Meilen f\u00fcr die Ewigkeit Leadville, Colorado. Seit 1983 ein Begriff in der Trail Lauf Szene. 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