{"id":15565,"date":"2025-06-02T12:18:16","date_gmt":"2025-06-02T12:18:16","guid":{"rendered":"https:\/\/maikbecker.ch\/?p=15565"},"modified":"2025-06-03T14:54:37","modified_gmt":"2025-06-03T14:54:37","slug":"trail-menorca-cami-de-cavalls","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maikbecker.ch\/index.php\/2025\/06\/02\/trail-menorca-cami-de-cavalls\/","title":{"rendered":"Trail Menorca Cami de Cavalls"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\"><strong>Wo Himmel, Meer und epische Pfade gnadenlos aufeinandertreffen<\/strong><\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Runde um die Insel &#8211; Menorca at a glance sozusagen. 185 Kilometer misst der alte Reiterweg Cami de Cavalls im Total, der 2017 als Touristenattraktion wiederbelebt wurde. Seit nunmehr dreizehn Jahren gibt es bereits einen Laufevent auf diesem ruppigen Pfad in K\u00fcstenn\u00e4he. Einmal um Menorca \u2013 zu Fuss, nonstop, \u00fcber felsige K\u00fcstenpfade, durch duftende Pinienw\u00e4lder, malerische, einsame Touristenorte und vorbei an abgelegenen Buchten \u2013 eine fantastische Idee. Mehr als siebzig Str\u00e4nde werden bei der K\u00f6nigsdistanz angelaufen. Der Trail Menorca Cam\u00ed de Cavalls (TMCDC) ist einer der aussergew\u00f6hnlichsten Ultramarathons Europas. Es warten \u00fcber 3.000 H\u00f6henmeter und ein schier nicht endender Rundkurs im Uhrzeigersinn \u2013 ein echtes Abenteuer und der ultimative Test an Ausdauer, L\u00e4uferherz und mentale St\u00e4rke.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr die komplette Distanz stehen den Teilnehmern zwei Zeitlimits zur Verf\u00fcgung: 40 Stunden oder wenn man etwas mehr Herausforderung m\u00f6chte, 34 Stunden. Challenge angenommen! Denn schliesslich bin ich f\u00fcr die k\u00fcrzere Zeitdauer gemeldet. Das bedeutet einen Schnitt von knapp sechs Kilometer pro Stunde zu halten. Klingt nach lockerem Jogging. Wer sich auf Ultradistanzen auskennt weiss, dass bei solchen Entfernungen alles passieren kann. Wird die Zeit reichen? Was lauern f\u00fcr \u00dcberraschungen auf dem Weg? Werde ich es \u00fcberhaupt schaffen? Es gibt nur eine M\u00f6glichkeit, es herauszufinden: packen wir es an!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-15576 size-full\" src=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Map.png\" alt=\"\" width=\"960\" height=\"700\" srcset=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Map.png 960w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Map-300x219.png 300w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Map-768x560.png 768w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Map-600x438.png 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px\" \/>Die Anreise erfolgt \u00fcber die Nachbarinsel Mallorca. In dieser fr\u00fchen Zeit der Saison, Anfang Mai fliegen nur weniger Fluggesellschaften Menorca direkt von europ\u00e4ischen Festland an. Von Mallorca aus gibt es st\u00fcndlich Fl\u00fcge oder auch F\u00e4hrverbindungen. Da meine zweite Fr\u00fchlings-Wahl-Heimat Alcudia mehrmals t\u00e4glich eine direkte F\u00e4hre nach Ciutadella, dem Start- und Zielort der TMCDC bietet, entscheide ich mich f\u00fcr den Seeweg. Eine Stunde und zwanzig Minuten dauert die \u00dcberfahrt etwa. Der F\u00e4hrterminal in Ciutadella liegt zwei Kilometer ausserhalb des Stadtzentrums. Perfekt f\u00fcr einen lockeren Nachmittagsspaziergang. Mit leichtem Gep\u00e4ck reist es sich simpel. Ein Rucksack mit Laufequipment und das Allern\u00f6tigste an Hygieneartikel, Wechselkleidung und das wars dann auch schon bald. Was wir meistens im Reisegep\u00e4ck mitschleppen, sind unsere \u00c4ngste. In den vergangenen Jahren habe ich auf meinen Reisen gelernt, diese zu Hause zu lassen. So l\u00e4sst es sich viel entspannter durch das Leben ziehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Eine historische Route wird zur Lauflegende<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Domizil f\u00fcr das Laufwochenende dient ein kleines Hotel in der Altstadt von Ciutadella, nur zweihundert Meter von Start und Ziel entfernt. Auf eine Rezeption verzichten immer mehr dieser nur ein paar Zimmer umfassenden Boutique Herbergen. Ein Bildschirm, auf dem die wichtigsten Daten zur Person eingetippt werden, ein Scanner liest die ID oder den Pass und wie von Wunderhand klimpert aus einer Klappe ein Schl\u00fcssel heraus. Zimmer 17. Gibt ein so schmales Geb\u00e4ude so viele R\u00e4ume her? Mein Zimmer ist die steile Treppe hinauf unter dem Dach im dritten Stock. Alles mit viel Liebe restauriert und hergerichtet. Der \u00fcberschaubare Raum mit viel Holz (Boden und Decke) und weiss get\u00fcnchten W\u00e4nden strahlt Ruhe und Behaglichkeit aus. Sauber und mit sehr bequemen Bett ausgestattet, wirken die ersten Eindr\u00fccke bereits positiv. Einzig das Fenster ist mehr eine kleine Stall-Luke, ein L\u00fcftungsloch. Das sollte aber genau richtig sein, wie sich sp\u00e4ter herausstellt, um den L\u00e4rm der durch die Gassen ziehenden Touristen von mir fernzuhalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Warum ich das so ausf\u00fchrlich schreibe? Weil die Umgebung, die letzten Stunden bis zum Start, die Atmosph\u00e4re, die Ruhe und das Gef\u00fchl vor so einer extremen Herausforderung immens wichtig sind. Hier in dieser Kemenate kann mich ungest\u00f6rt auf den Event einstellen. Nur eine Frage dr\u00e4ngt sich mir auf: wie soll ich nach absolvierten 185 Kilometern diese steile Treppe zu meinem Zimmer heraufkommen? Ach, zur Not schlafe ich unten im Gang, bis sich jemand bereit erkl\u00e4rt, mich hochzuschleppen \ud83d\ude09.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-15594\" src=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Reiter.png\" alt=\"\" width=\"960\" height=\"700\" srcset=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Reiter.png 960w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Reiter-300x219.png 300w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Reiter-768x560.png 768w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Reiter-600x438.png 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px\" \/>Der Cam\u00ed de Cavalls stammt aus dem vierzehnten Jahrhundert und diente einst der Verteidigung Menorcas. Per Ross wurde die Versorgung der Beobachtungsposten und Verteidigungsstellungen sichergestellt. Heute ist er ein offiziell markierter Fernwanderweg (GR 223), der einmal rund um die Baleareninsel f\u00fchrt. Beliebt bei Wanderern und Mountainbikern, die ihn w\u00e4hrend mehreren Tagestouren abarbeiten. Der TMCDC bietet die beste Gelegenheit, diese Route im Laufschritt zu erkunden. Es muss auch nicht gleich die \u00fcberlange Strecke sein. Nicht weniger als sieben Distanzen stehen den Teilnehmern zur Auswahl. Ob auf den 185 Kilometern, der vollst\u00e4ndigen Inselumrundung, oder auf Teilst\u00fccken an S\u00fcd- bzw. Nordk\u00fcste \u00fcber 100, 85, 58, 45, 27 Kilometer bis hin zum 11 Kilometer Short Trail, bleiben f\u00fcr jede Art von Trailrunning-Herzen kaum W\u00fcnsche offen. Insbesondere die Ultradistanzen er\u00f6ffnen im wahrsten Sinne atemberaubende Einblicke in das UNESCO Biosph\u00e4renreservat Menorca.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-15592\" src=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Vorstart.png\" alt=\"\" width=\"960\" height=\"700\" srcset=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Vorstart.png 960w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Vorstart-300x219.png 300w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Vorstart-768x560.png 768w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Vorstart-600x438.png 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px\" \/>Von Ciutadella nach Ciutadella \u2013 immer im Uhrzeigersinn<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gestartet wird auf dem Hauptplatz in der historischen Stadt Ciutadella. Vor jedem Start vollf\u00fchren Reiter in traditionellen Kost\u00fcmen ihre Kunstst\u00fccke. Ich nutze meine sp\u00e4te Startzeit und schaue bereits bei der Besammlung der L\u00e4ufer mit dem 40 Stunden Zeitlimit zu. Vor Betreten des Startbereiches wird stichprobenweise das Pflichtequipment gepr\u00fcft. Es sind nur ein paar Dinge, die absolut notwendig sind, wie Rettungsdecke, Mobiltelefon eingeschaltet, Lampe mit Ersatzbatterien, rot-leuchtendes R\u00fccklicht und einiges anderes. Die Nervosit\u00e4t ist hier bereits sp\u00fcrbar. Und sie steigert sich bis zum Startsignal f\u00fcr einige L\u00e4ufer ins unendliche. W\u00e4hrend die coolen Jungs gelassen dem Kommenden entgegenschauen, wippen andere aufgeregt mit den F\u00fcssen, Mundwinkel zucken, Blicke wirken unsicher. Hier geht es nicht um den Sieg. Der pers\u00f6nliche Triumph ist das Erreichen der Ziellinie. Die Zeit fliegt und schon macht sich die Meute auf den Weg.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr mich bleiben sechs Stunden Ruhe, verpflegen, Sonne geniessen. Kleidung und Equipment sowie Wechselbeutel liegen im Zimmer l\u00e4ngst bereit. Und dorthin begebe ich mich auch direkt nach einem \u00fcppigen Mittagsmahl. Ein letzter erholsamer Schlaf, bevor es auf die lange Reise geht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-15575\" src=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Los.png\" alt=\"\" width=\"960\" height=\"700\" srcset=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Los.png 960w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Los-300x219.png 300w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Los-768x560.png 768w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Los-600x438.png 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px\" \/>Nervosit\u00e4t? Nein, daf\u00fcr habe ich bereits zu viel erlebt. Ich muss mich im Vorfeld auch gar nicht damit auseinandersetzen und es herunterspielen. W\u00e4hrend dieser ewigen Stunden da draussen in der Natur wird das ein oder andere Unvorhersehbare auf mich zukommen, ob ich vorher nerv\u00f6s bin oder nicht. In den Trainings habe ich vieles visualisiert und mir mentale Strategien zurechtgelegt. Und doch bleibt immer Raum f\u00fcr das Ungewisse. Und das ist es doch, warum ich mir das hier antue.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jetzt aber genug des Vorgepl\u00e4nkels. Lasst uns los, lasst uns frei \u2013 wir wollen doch nur spielen! Etwa zweihundert Laufgierige stehen im Startareal. Die Wechselbeutel sind in einem Kleinbus verstaut, Equipment Check habe ich mit Bravour gemeistert. Jetzt scharren die Hufe, nicht nur bei den Berittenen, die so langsam den Laufkanal nach dem Startbogen freigeben. Ich freue mich ungemein auf diese neue Herausforderung. Gut, so ganz neu ist sie gar nicht. Im vergangenen Jahr habe ich die ersten einhundert Kilometer absolviert und bin dann verletzungsbedingt ausgestiegen. Und das finale St\u00fcck an der S\u00fcdk\u00fcste kenne ich von verschiedenen Trainingsl\u00e4ufen. Dazwischen liegen noch einige Kilometer, die es zu erkunden gilt. Viel wichtiger als die Auseinandersetzung mit der Strecke wird allerdings die mit mir selbst. Dieser Weg zu mir selbst. Ein Ultralauf ist eine Reise in die Tiefen des Geistes und des K\u00f6rpers. Da gibt es oft mehr zu entdecken, als Ergebnisse oder Bilder eines Events ausdr\u00fccken oder versprechen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-15591\" src=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Start.png\" alt=\"\" width=\"960\" height=\"700\" srcset=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Start.png 960w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Start-300x219.png 300w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Start-768x560.png 768w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Start-600x438.png 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px\" \/>Auf los geht\u2019s los!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Endlich, 15.30 Uhr am Freitagnachmittag erfolgt der Start! Vorbei am Hafen, an einer Spalier stehenden Menschenmenge &#8211; ein Mix aus Angeh\u00f6rigen der L\u00e4ufer, die uns motivierende spanische Floskeln entgegenwerfen und Touristen, denen einzig ein Kopfsch\u00fctteln ob der unglaublichen Challenge zu entlocken ist \u2013 verlassen wir die Stadt auf asphaltierten Wegen z\u00fcgig. Die ersten sechs Kilometer laufen sich angenehm, bevor es auf die teils unwegsamen Trails geht. Von Beginn an h\u00f6re ich auf meinen K\u00f6rper und cruise entspannt diese Strassenpassage ab. Nicht zu schnell angehen. Das ist es, was unter Endorphin Aussch\u00fcttung beim Start eines Rennes oft schwerf\u00e4llt. Ich bin nicht sicher warum, aber wir M\u00e4nner haben damit mehr Probleme als die Frauen. Die haben sich da besser im Griff. Ist es unserer Geschichte als J\u00e4ger und Sammler geschuldet? K\u00e4mpfen oder davonlaufen, w\u00e4hrend die Frauen zur\u00fcckhaltend in der H\u00f6hle auf die Heimkehr des wilden J\u00e4gers warten. Selbst nach Jahrtausenden Entwicklungszeit k\u00f6nnen wir gewisse Muster einfach nicht ablegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-15581\" src=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Sign.png\" alt=\"\" width=\"960\" height=\"700\" srcset=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Sign.png 960w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Sign-300x219.png 300w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Sign-768x560.png 768w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Sign-600x438.png 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px\" \/>Es bleibt noch die Frage, warum ich mich f\u00fcr den Start um 15.30 Uhr und nicht f\u00fcr den weniger unter Zeitdruck stehenden fr\u00fcheren um 9.30 Uhr entschieden habe. Ganz einfach: ich mag es, normal zu schlafen, normal den Tag zu beginnen, normal zu essen vor einem Wettkampf. Je fr\u00fcher der Start am Morgen, umso gest\u00f6rter ist der Tagesrhythmus. Beide Kategorien werden mindestens eine komplette Nacht unterwegs sein. Die fr\u00fchen Starter werden aber auch zwei volle Tage unter der Sonne Menorcas verbringen. Dem wollte ich ebenfalls mit einem Start am Nachmittag entgehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit Verlassen des Strassenbelages kommt meine Zeit. Hier an der Nordk\u00fcste ist der Weg von erodiertem Gestein \u00fcbers\u00e4ht. Unwegsam aufragende Gesteinsplatten oder einzelnes, von Wind und Salzwasser abgeschliffenes Sedimentgestein bilden den Weg. Ein falscher Tritt und das Abenteuer Cami de Cavalls kann bereits zu Ende sein. Ich liebe diese technischen Passagen. Zumindest jetzt noch, mit wachem Sinn und starken Beinen. Leicht und locker t\u00e4nzelnd geht es \u00fcber diese zerkl\u00fcftete K\u00fcstenlandschaft aus gebrochenen, aufgefalteten Felsen, sehr uneben und schroff, mit zahlreichen Landzungen und Buchten voll r\u00f6tlichem oder dunklem Sand, durch raue Schluchten, entlang der wilden Nordk\u00fcste mit ihren spektakul\u00e4ren Felsformationen. Entspannt und auf mich fokussiert kann ich hier einige der vor mir Liegenden \u00fcberholen. Es geht mir dabei weniger um die Platzierung. Nein, ich geniesse einfach diese Freiheit des Schwebens, diese Leichtigkeit des Seins. Eins mit der Natur und mit dir selbst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist nicht heiss. Unter starker Bew\u00f6lkung l\u00e4sst es sich gut aushalten. Ich trinke und verpflege mich regelm\u00e4ssig. Auch isotonische Getr\u00e4nke und Salztabletten geh\u00f6ren zu meinem Ern\u00e4hrungskonzept hier. An den Verpflegungsposten, alle zehn bis f\u00fcnfzehn Kilometer, nehme ich einzig Wasser und mal ein St\u00fcck Orange oder ein paar Salzbrezeln. So fr\u00fch im Rennen bin ich immer noch gef\u00fcllt von meinen zwei Hauptg\u00e4ngen beim Mittagessen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-15579\" src=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Playa.png\" alt=\"\" width=\"960\" height=\"700\" srcset=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Playa.png 960w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Playa-300x219.png 300w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Playa-768x560.png 768w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Playa-600x438.png 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px\" \/>Der Untergrund wechselt nun st\u00e4ndig: felsig, sandig, matschig oder staubtrocken \u2013 je nach Umgebung und Abschnitt. Es hat nicht viel geregnet in den vergangenen Tagen. Das kommt uns auf den zeitweise steilen, steinigen Passagen zugute. Mit dem festen Grip der Trailrunning-Schuhe bin ich bestens gewappnet. Man k\u00f6nnte den Lauf aber auch in Strassenschuhen absolvieren, sofern die Sohle guten Halt bietet. Diese Mischung aus Str\u00e4nden, Waldwegen, Klippen, Anstiegen und Abw\u00e4rtspassagen stellt eine st\u00e4ndige Herausforderung f\u00fcr die Beine und den Kopf dar. Und man muss dranbleiben. An einzelnen Checkposten werden Cut-Off-Zwischenzeiten (das Zeitlimit) von den Helfern kontrolliert. Wer zu langsam unterwegs ist, wird aus dem Wettkampf genommen. Nein, nicht erschossen, wie bei Steven King\u2019s Todesmarsch; auch wenn es der Entt\u00e4uschung der betreffenden Teilnehmer sehr nahekommt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Mehr als nur Laufen \u2013 eine mentale Reise<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Trail Menorca Cami de Cavalls ist kein Rennen f\u00fcr Bestzeiten, sondern eher was f\u00fcr Durchhaltewillige. Wer hier startet, stellt sich und seine Psyche selbst in den Mittelpunkt. Die Einsamkeit auf einigen Streckenabschnitten fordert ihren Tribut. Temperaturen k\u00f6nnen alles hergeben &#8211; von dr\u00fcckend heiss tags\u00fcber bis K\u00fchle nachts. Die Austragung in diesem Jahr hielt da ein paar besondere Wetterkapriolen bereit. Aber wer durchh\u00e4lt, erlebt einen Lauf, der K\u00f6rper und Geist neu verbindet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei Kilometer f\u00fcnfzig laufe ich die erste grosse Verpflegungsstelle an. Es ist bereits 22.00 Uhr und stockdunkel. Das Eintauchen in die Nacht war von einem orangefarbenen, den Horizont \u00fcberspannenden Sonnenuntergang gepr\u00e4gt. Der erste Dropbag wartet mit neuer Verpflegung. Ein Power Carb Pulver zum Mischen mit Wasser, ein paar Trockenfr\u00fcchte, zwei Riegel, Isotabletten und zwei Notfall-Gel wechseln aus dem Beutel in meinen Laufrucksack. Von der offiziellen Verpflegung genehmige ich mir eine Bouillon. Mal kurz absitzen auf einem Stuhl \u2013 eine Wohltat. Die vergangenen Stunden hatten es bereits in sich. Und dabei sind wir doch erst am Anfang! Solch eine Verpflegungsstelle ist eine Oase der Erholung. Und ein Theater mit grosser B\u00fchne zum Beobachten der anderen L\u00e4ufer. Einige schon m\u00e4chtig gekennzeichnet. Hier und da wird ein zustimmendes Kopfnicken mit den Mitstreitern ausgetauscht. Mit einigen habe ich unterwegs immer wieder mal ein Wort gewechselt. Die Verpflegungsposten sind aber auch ein Ort der Begegnung mit den Angeh\u00f6rigen und unterst\u00fctzenden Helfern. Und manchmal ist es auch ein Ort der Entscheidung: Weiterlaufen oder aufgeben?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Zweite steht ausser Frage. Stattdessen bin ich bereits wieder im Laufschritt. Wieder mal zwei, drei Kilometer auf asphaltierter Strasse. Gute Gelegenheit, Kilometer abzuspulen. Bis Kilometer 100 bin ich alles gerannt, was irgendwie rennbar war. In unwegsamen Gel\u00e4nde habe ich ein vorsichtiges Gehen bevorzugt, will mir keine Verletzung einhandeln. Der Lauf hier ist ja nur ein Test und Vorbereitung f\u00fcr kommende Aufgaben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sind wir nicht \u00fcberhaupt immer irgendwas am Vorbereiten? Gibt es den Moment, indem wir wirklich im Hier und Jetzt sind? Das liegt nat\u00fcrlich an jedem selbst. Und an der Intention, warum man gerade da ist, wo man ist. Ich geniesse jeden Augenblick in der Dunkelheit hier draussen. Verschwende keine Gedanken an Orte, in denen ich jetzt sein k\u00f6nnte. Mein Fokus liegt auf\u2026 nichts! Ich setze einfach und spielerisch ein Bein vor das andere, habe kein Auge f\u00fcr die Laufuhr oder abgespulte Kilometer. Ich bin bei einer meiner Lieblingsbesch\u00e4ftigungen. Warum sollte ich irgendwo anders sein wollen. Jeder Schritt im Leben ist einer in die richtige Richtung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-15583\" src=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Steinplatten.png\" alt=\"\" width=\"960\" height=\"700\" srcset=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Steinplatten.png 960w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Steinplatten-300x219.png 300w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Steinplatten-768x560.png 768w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Steinplatten-600x438.png 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px\" \/>Finishen bedeutet mehr als Ankommen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass ich die ersten einhundert Kilometer im vergangenen Jahr bereits gelaufen bin, war nicht hilfreich. Ich warte immer wieder auf diesen einen besonderen Punkt der Aussicht auf einen Strand, auf den n\u00e4chsten Leuchtturm an der Steilk\u00fcste, auf die nahende Wegbiegung. Ich habe hier also nichts erkundet, sondern WAR einfach. Und doch ist jedes Mal anders. In diesem Jahr bin ich sp\u00e4ter gestartet und komme zu unterschiedlicher Tageszeit an diesen markanten Punkten an. Das macht den Lauf zu einem ganz anderen, als er mir in Erinnerung ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um die Insel herum zogen Gewitter auf. Es blitzte und donnerte bald im Sekundentakt. Ein fantastisches Spektakel. Ich hatte noch nie horizontale Blitze ohne Anfang und Ende gesehen! Als w\u00e4re Menorca eine Vulkaninsel und die Berge speien um uns herum Feuer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die meiste Zeit laufe ich nun allein. Und warte dabei auf einen Abschnitt, der mir vom letzten Jahr noch gut in Erinnerung blieb. Ein Naturschutzgebiet, oder besser ausgedr\u00fcckt ein Moor, indem das Benutzen der Stirnlampe aus Gr\u00fcnden des Schutzes betroffener Arten verboten war. Der Veranstalter hat auf Bodenh\u00f6he kleine LED-Lampen aufgestellt. Unterschwellige Beleuchtung, halbdunkel. Man konnte gerade so den Fuss erkennen, wie er auf dem feuchten Wiesenboden aufsetzt. Der Single-Pfad schl\u00e4ngelt sich dabei durch hohen Gras. Oder war es Schilf? Im diffusen Licht nicht erkennbar. Begleitet wurde jeder L\u00e4ufer mit einem beeindruckenden Froschkonzert. Eine Unterhaltung w\u00e4re hier unm\u00f6glich gewesen. Die Passage erstreckt sich \u00fcber nur etwas mehr als einen Kilometer und hat doch bleibenden Eindruck hinterlassen. Irgendwo in der Natur, stockdunkel, nur die F\u00fcsse beleuchtet. Angst? Nein, wovor? Es ist auf Menorca noch kein Ungeheuer gesichtet worden. Das \u00fcberlassen wir besser den Schotten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Lichtkegel einer n\u00e4herkommenden Stadt ist lange vor Erreichen entfernt sichtbar. Mahon, die Hauptstadt Menorcas bildet die einhundert Kilometer Marke. Um Mitternacht starten von hier die L\u00e4ufer der einhundert Kilometer Distanz. Irgendwann kreuzen sich unsere Wege. Anfangs die schnellen, vereinzelt, dann ein grosser Pulk der Durchschnittsl\u00e4ufer und ein paar Nachz\u00fcgler entlocken immer wieder ein \u00abhola\u00bb oder \u00abanimo\u00bb, dem typischen Anfeuerungsruf der Spanier. Auf solchen Distanzen gibt es kein Gegeneinander. Das Miteinander pr\u00e4gt die Gemeinschaft. Jeder l\u00e4uft f\u00fcr sich dem Ziel entgegen. Und kommt dabei mehr oder weniger erfolgreich an: in erster Linie bei sich selbst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-15584\" src=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Sunset.png\" alt=\"\" width=\"960\" height=\"700\" srcset=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Sunset.png 960w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Sunset-300x219.png 300w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Sunset-768x560.png 768w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Sunset-600x438.png 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px\" \/>Am Scheidepunkt des Rennens<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Stadtrand von Mahon h\u00f6rte der Spass dann auf. Mir wurde bewusst, dass wir gerade mitten in eines dieser atemberaubenden Gewitter hineinlaufen. Bis zum n\u00e4chsten, gr\u00f6sseren Verpflegungsposten bei Kilometer hundert sind es noch etwa sieben bis acht Kilometer. Ich muss das Durchziehen! Der Posten ist in einer Sportanlage untergebracht. Es gibt sogar Matratzen zum Schlafen dort. Und warme Verpflegung. Und Kaffee. Und eine Toilette. Und wer m\u00f6chte, kann sogar duschen! Die Turnhalle erscheint mir aktuell fast wie eine Luxusherberge.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch bevor ich mir diese Annehmlichkeiten zu eigen machen kann, \u00f6ffnet sich der Himmel und es giesst in Str\u00f6men. Wolkenbruchartig geht es schnell und die Strassen \u00fcberfluten. Eine starker Wind hat sich aufgemacht. Der Regen peitscht mir ins Gesicht und die damit einhergehende N\u00e4sse erzeugt K\u00e4lte auf der Haut. Egal, nur noch f\u00fcnf Kilometer bis zum Shangri La. Ich muss das Durchziehen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-15593\" src=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Blitz.png\" alt=\"\" width=\"960\" height=\"700\" srcset=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Blitz.png 960w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Blitz-300x219.png 300w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Blitz-768x560.png 768w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Blitz-600x438.png 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px\" \/>Zwei L\u00e4ufer stellen sich in einem Hauseingang unter. Aus einer Bar am Strassenrand klingt laute Musik und Gegr\u00f6le. Es ist kurz vor sechs Uhr am Samstagmorgen und die letzten Nachteulen haben sich noch nicht auf den Heimweg gemacht. Das Gewitter scheint immer n\u00e4her zu kommen. Der Abstand zwischen Blitz und Donner betr\u00e4gt nur noch wenige Sekunden. Und dann, auf H\u00f6he Hafenbecken ist die Spitze erreicht: ein Blitz haut nur ein paar Kilometer neben mir draussen ins Meer. Und im selben Moment ein Mark durchdringender Donner. Instinktiv habe ich einen Satz zur Seite gemacht. Der ohrenbet\u00e4ubende Knall zerreisst die Luft. Es ist nicht wie ein ferner Donner, sondern eine Explosion direkt neben mir. Der Schreck trifft meinen K\u00f6rper wie eine unsichtbare Wand \u2013 ich sp\u00fcre ihn in der Brust, in den Knochen, in jeder Faser. Mein Herz hat in diesem Moment vermutlich den H\u00f6hepunkt an Frequenz w\u00e4hrend des gesamten Rennens erreicht. Ein Anhalten gibt es nicht. Ich muss das Durchziehen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach unendlich langen, verbliebenen Kilometern erreiche ich im Morgengrauen den Verpflegungsposten. Durchn\u00e4sst und frierend. Die Regenjacke hatte ich, auf Empfehlung des Veranstalters am Vortag, zu Hause gelassen. War das ein Fehler? Ja, jetzt weiss ich es. Lernen passiert immer im realen Leben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Wechselbeutel sind ein frisches T-Shirt und trockene Socken. Und ein paar Schuhe mit etwas mehr Sohle, also Unterst\u00fctzung f\u00fcr die verbleibenden f\u00fcnfundachtzig Kilometer. Problem dabei: der Schuh ist ein Strassenschuh mit einfacher Sohle, also ohne spezielles Trail-Profil. Jetzt, nach dem heftigen Regen habe ich Respekt vor den rutschigen Steinen und entscheide mich, den Trail Schuh anzubehalten. Die Sohle d\u00fcnn wie eine Scheibe Mail\u00e4nder Salami, aber wenigstens mit dem notwendigen Grip. Wie meine Fusssohle auf den letzten f\u00fcnfzig Kilometern brennen w\u00fcrde, wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-15577\" src=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Mauern.png\" alt=\"\" width=\"960\" height=\"700\" srcset=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Mauern.png 960w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Mauern-300x219.png 300w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Mauern-768x560.png 768w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Mauern-600x438.png 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px\" \/>Das T-Shirt und die Socken spenden nur f\u00fcr einen kurzen Moment W\u00e4rme. Gehwol Fusskrem habe ich unter diesen Bedingungen nochmal nachgeschmiert. Und die Socken dar\u00fcbergest\u00fclpt. Sobald die F\u00fcsse dann wieder in die nassen Schuhe schl\u00fcpfen und \u00fcber das T-Shirt die nasse Windjacke montiert wird, bin ich bekleidungstechnisch wieder beim Zustand vor dem Verpflegungsposten angelangt. Nass, durch und durch. Egal, die Temperaturen sind mit 18 Grad Celsius ja nicht unangenehm. Eine leichte Brise l\u00e4sst die W\u00e4sche auf der Haut schnell trocknen. Der Regen und das Gewitter haben sich mittlerweile verzogen. Nach einer Suppe, einem Kaffee, einer kleinen Portion kalter Pasta mit Tomatensauce bin ich zur\u00fcck auf der Strecke. Etwa dreissig Minuten Auszeit habe ich mir hier geg\u00f6nnt. Die S\u00fcdk\u00fcste wartet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Neuer Tag, neues Gl\u00fcck<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer das Buch \u00abEin Marathon geht immer\u00bb gelesen hat, kennt meinen Ansatz an Gl\u00fcck. Ich glaube nicht an Gl\u00fcck bei einem gewinnbringenden Ereignis. Es ist eher ein Zufall, der im entscheidenden Moment die richtigen Zahlen aus der Lostrommel bef\u00f6rdert. Gl\u00fcck definiert sich vielmehr \u00fcber dieses Empfinden, die innere Zufriedenheit, die mit jedem Sonnenaufgang zur\u00fcckkehrt. Als will der neue Tag sagen: hier bin ich, mach das Beste aus mir!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-15571\" src=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Fokus.png\" alt=\"\" width=\"960\" height=\"700\" srcset=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Fokus.png 960w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Fokus-300x219.png 300w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Fokus-768x560.png 768w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Fokus-600x438.png 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px\" \/>Laufen wird zur Routine. Irgendwie. Und dann doch nicht. Es stellen sich hier und da kleine Problemchen ein. Eines, dass sich sp\u00e4ter als immer gr\u00f6sseres herauskristallisierte, war eine wundgescheuerte Stelle an den inneren Oberschenkeln. Es ist eine heikle Geschichte, die ich nun erz\u00e4hle. Also, wer empfindlich ist, bitte wegh\u00f6ren (oder heisst das hier weg lesen?). Ich habe einen Fehler gemacht. Ja, das passiert selbst erfahrenen, alten Hasen. Erst zwei Tage vor Start habe ich mir die Beine rasiert. Warum? Man muss sich nicht die Beine rasieren, um ein guter L\u00e4ufer zu sein \u2013 aber viele tun es aus einer Mischung aus Pragmatismus, Ritual, Hygiene und \u00c4sthetik. Bei diesen L\u00e4ufen im Gel\u00e4nde kommt es immer wieder zu St\u00fcrzen. Ich kann aus Erfahrung reden. Rasierte Beine erleichtern die Wundversorgung, weil Pflaster oder Verb\u00e4nde besser haften und sich keine Haare in die Wunde \u201ekleben\u201c. Das Risiko von Infektionen ist dadurch etwas geringer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus hygienischer Sicht bringt das Rasieren der Beine f\u00fcr L\u00e4ufer eine leichtere Reinigung, bessere Pflege und geringeres Infektionsrisiko \u2013 besonders bei regelm\u00e4ssigem, intensivem Training oder Outdoor-Eins\u00e4tzen. Ich m\u00f6chte hier auch kein Pl\u00e4doyer f\u00fcr rasierte Beine halten. Das entscheidet jeder f\u00fcr sich. Mein Problem aber gerade jetzt bei Beginn des neuen Tages gestaltet sich so schmerzhaft, dass ich besser darauf verzichtet h\u00e4tte. Also, so kurz vor dem Wettkampf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Sportunterw\u00e4sche, die ich unter der Laufhose trug, reibt bei jedem Schritt. Die Scheuerstelle muss bereits entz\u00fcndet sein. Ich kann es nicht sehen, nur sp\u00fcren. Es ist ein Versuch ohne Versprechen auf Linderung: das H\u00f6schen muss aus! Und so stehe ich im Walde ganz still und stumm und hab vor lauter Purpur kein H\u00f6slein um\u2026 Gut, dass mich jetzt gerade niemand sieht, wie ich mit Laufrucksack und Schuhen, aber ohne Shorts hier im Walde stehe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die kommenden Schritte verlaufen etwas schmerzarmer. Nicht komplett befreit, aber ein reduziertes Stechen ist zu sp\u00fcren. Das wird schon. Sind ja nur noch zirka f\u00fcnfzig Kilometer. Die Laufhose habe ich, ohne Unterhose, nat\u00fcrlich wieder an. Bis drei Tage nach dem Wettkampf war der Gang zum Br\u00f6tchenholen nur mit weit nach aussen gespreizten Beinen m\u00f6glich. Dank einer lindernden Zinksalbe bekam ich das Problem dann aber in den Griff. Und habe nun wieder eine neue Geschichte im Repertoire.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Morgen begann, wie der alte Tag endete: bew\u00f6lkt mit angenehmen Temperaturen. Das \u00e4nderte sich, als kurz vor Mittag die Sonne durchdr\u00fcckte. Der gl\u00fchende Ball sendet heisse Strahlen. Ab und zu gemildert durch eine leichte erfrischende Brise.<\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][gsf_space desktop=&#8220;40&#8243; tablet=&#8220;30&#8243; tablet_portrait=&#8220;25&#8243; mobile_landscape=&#8220;20&#8243; mobile=&#8220;15&#8243;][vc_separator css=&#8220;&#8220;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]<\/p>\n<h5>Entdecke das Thema Achtsamkeit beim Laufen (erschienen 2025 im <a href=\"https:\/\/www.dersportverlag.de\/detailview?no=137943\">Meyer &amp; Meyer Verlag<\/a>)<\/h5>\n<p>[\/vc_column_text][gsf_space desktop=&#8220;40&#8243; tablet=&#8220;30&#8243; tablet_portrait=&#8220;25&#8243; mobile_landscape=&#8220;20&#8243; mobile=&#8220;15&#8243;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_single_image image=&#8220;15454&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; alignment=&#8220;center&#8220; onclick=&#8220;custom_link&#8220; css=&#8220;&#8220; link=&#8220;https:\/\/maikbecker.ch\/index.php\/buecher\/&#8220;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][gsf_space desktop=&#8220;40&#8243; tablet=&#8220;30&#8243; tablet_portrait=&#8220;25&#8243; mobile_landscape=&#8220;20&#8243; mobile=&#8220;15&#8243;][vc_separator css=&#8220;&#8220;][gsf_space desktop=&#8220;40&#8243; tablet=&#8220;30&#8243; tablet_portrait=&#8220;25&#8243; mobile_landscape=&#8220;20&#8243; mobile=&#8220;15&#8243;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text el_class=&#8220;&#8220; css=&#8220;&#8220;]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Hitze verlangsamt meinen K\u00f6rper. Es sieht so aus, als w\u00fcrde sich das System auf andere Dinge konzentrieren als auf das Laufen. Ich kann immer noch gut essen und trinken. Aber die Bewegung ist nicht mehr so fl\u00fcssig wie auch schon. Unterst\u00fctzt von den Trailrunning-St\u00f6cken schiebe ich mich in bestm\u00f6glichem Tempo die Anstiege empor. Bergab dagegen bin ich heute richtig schlecht drauf. Liegt es immer noch an dieser Sicherheit, die im Unterbewusstsein an mir r\u00fcttelt: nur nicht den Fuss verknacksen. Ich kann nicht dagegen angehen, es rollt einfach nicht. Was soll\u2019s? Jeder Tag ist anders. Zu viel dar\u00fcber nachzudenken hilft nicht. Einfach weiter, immer weiter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wenn das Bewusstsein schwindet<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit zunehmender Hitze beginnen die Halluzinationen. Bei L\u00e4ufen jenseits der einhundert Kilometer habe ich da bereits ausreichend Erfahrungen gesammelt. Und ich warte auch jeweils darauf. Ich suche sie nicht, sie kommen einfach. Manche f\u00fcrchten sich vor Ihnen, ich mag diese bewusstseinserweiterten Erscheinungen. Wer braucht denn schon Drogen, wenn sich mit Laufen \u00e4hnliche Effekte erzielen lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um euch einen kleinen Einblick zu geben: ich sah \u00fcberall Menschen. Eine mongolische Familie sass dicht zusammengedr\u00e4ngt im einsamen Wald auf dem Boden und beobachtete mich mit furchterregenden L\u00e4cheln, das ihr Gesicht durchzog. Vater, Mutter und zwei Kinder hielten sich fest im Arm. Oder: Steine jeglicher Gr\u00f6sse schwebten und jeder einzelne hatte eine Nummer. Ich lief wie durch ein Mario Game. Ausserdem: ein Strand war \u00fcbers\u00e4ht mit toten Hunden. Und nachts fletschten die Leute aus den parkenden Autos ihre Z\u00e4hne, wenn sie mich anl\u00e4cheln. Diese Autos bewegen sich langsam in meine Richtung auf mich zu. Ich muss rennen, um ihnen zu entkommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist noch nicht alles, nur ein kleiner Auszug aus dem Repertoire. Ob mir das Angst bereitet hat? Nein, ich bin Teil dieser Fabelwelt und gehe darin auf. Ich kann mich dabei gut von aussen beobachten, wie ich erstaunt diese Sinnest\u00e4uschungen mit offenem Mund wahrnehme.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-15581\" src=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Sign.png\" alt=\"\" width=\"960\" height=\"700\" srcset=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Sign.png 960w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Sign-300x219.png 300w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Sign-768x560.png 768w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Sign-600x438.png 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px\" \/>Was f\u00fcr Gedanken kommen w\u00e4hrend solch endloser Stunden noch in den Sinn? Auch hier nur eine kleine Kostprobe: meine Partnerin hat mich gebeten, die W\u00e4nde mal wieder neu zu streichen. Wir sind jetzt doch auch schon siebzehn Jahre in der Wohnung. Leider musste ich ihr eine Abfuhr erteilen. Ein Test beim Arzt hat ergeben: ich bin Lackdose intolerant \ud83d\ude09 (vielleicht sollte ich w\u00e4hrend solch einem Event mal ein Buch schreiben\u2026).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was sind die Tests, denen ich mich heute beim TMCDC stelle? Zum einen m\u00f6chte ich eine Ern\u00e4hrungsstrategie probieren. Das verl\u00e4uft ganz zufriedenstellend. Des Weiteren m\u00f6chte ich wissen, wie viele Kilometer ich unter diesen Bedingungen hier w\u00e4hrend vierundzwanzig Stunden zu Laufen in der Lage bin. Die Antwort habe ich erhalten. 145 Kilometer sind nach einem vollen Tag absolviert. Damit bin ich ganz zufrieden. Beides sind wichtige Puzzleteile f\u00fcr mein Jahreshighlight im Juni in Indien. Was das sein wird? Moment mal, wir sind jetzt erstmal auf Menorca. Weiter geht\u2019s.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zwanzig Kilometer vor dem Ziel, bei Son Saura, dem vorletzten Checkposten, bleibe ich bei einem spanischen L\u00e4ufer und seinen beiden Begleitern. Wir reden nicht, sind im \u00dcberlebensmodus. Bei den Anstiegen bin ich schneller, bergab er. Eine Zweckgemeinschaft. Nicht allein sein hier draussen. Gegenseitig antreiben, nicht stehenzubleiben. Wenn der andere sich noch bewegen kann, warum soll ich es dann nicht?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Kopf ist jetzt permanent die Cut-Off Zeit. Es kann knapp werden. Ich rechne und rechne. Es wird bald dunkel. Wo sind wir genau? Wann werden wir am n\u00e4chsten und dann am letzten Checkposten eintreffen? In meinem Kopf habe ich Zahlen und Fakten dem Ersch\u00f6pfungsstatus entsprechend bestm\u00f6glich sortiert. Sp\u00e4testens hier h\u00e4tte mir bewusst werden m\u00fcssen, dass ich bei meinen Denkprozessen am Limit bin. Ich sage meinem Mitstreiter, dass wir es nicht mehr schaffen werden bis zum n\u00e4chsten Verpflegungspunkt innerhalb des verf\u00fcgbaren Zeitfensters.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Gefangen im Kreise der eigenen Gedanken<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ungl\u00e4ubig schauen mich die Drei an. Und beginnen zu sprinten! Ich bin immer noch am Rechnen und in einem hellen Moment im Oberst\u00fcbchen bemerke ich: ich habe einen Fehler gemacht und ihnen eine falsche Information gegeben, habe mich verrechnet. Zur Sicherheit habe ich das Reglement auf dem Handy nochmal angeschaut. Und siehe da: es ist noch eine Stunde mehr zur Verf\u00fcgung. Sie sind bereits einige hundert Meter entfernt, als ich ihnen hinterherschreie. Sie h\u00f6ren mich, antworten etwas und sprinten weiter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Cut-Off Berechnungen kosten mich viel Kraft. Das muss ich in Zukunft unterlassen. Normalerweise interessieren mich diese Zeitfenster nicht so genau. Auch hier nicht. Allerdings ist die Situation heute eine andere: es kann knapp werden, das Ziel innerhalb der Frist zu erreichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Langsam fange ich an, mir Sorgen zu machen, ob ich es rechtzeitig schaffe und werde langsamer. Ich habe mir gesagt: Ich geniesse das alles hier. Und ich bin nicht wegen einer Medaille hier. Also werde ich weitermachen und auf eigene Faust, selbst nach Ablauf irgendwelcher Zeitbeschr\u00e4nkungen, nach Ciutadella zu Fuss zur\u00fcckkehren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-15578\" src=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Paradiesvogel.png\" alt=\"\" width=\"960\" height=\"700\" srcset=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Paradiesvogel.png 960w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Paradiesvogel-300x219.png 300w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Paradiesvogel-768x560.png 768w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Paradiesvogel-600x438.png 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px\" \/>Gefangen in meinen Gedanken, vergeude ich Zeit und Raum. Besser nutze ich diese Energie, um mich zu konzentrieren. Es geht in die zweite Nacht und etwas mehr Achtsamkeit w\u00e4re angebracht. Die kommenden Stunden werden herausfordernd, jetzt beginnt f\u00fcr mich erst der Wettkampf. Gegen die Uhr, gegen meine Fantasie, gegen Zweifel, aufkommende Schmerzen. Der innere Kampf ist intensiv, vielschichtig und oft brutaler als jeder Anstieg oder Kilometer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit Eintreten der Dunkelheit bin ich dann sofort verloren. Ich habe mir wieder Sorgen gemacht. Ich drehe mich im Kreis. Das Zeitgef\u00fchl ist weg. Allein in der Dunkelheit kann ich keine klaren Gedanken mehr fassen. Links rauscht das Meer, rechts erstreckt sich unendlich eine dieser Trockensteinmauern, die die gesamte Insel beherrschen. Vor mir ein Strand. Moment mal, hier war ich bereits! Das ist der Strand des letzten Checkpostens. Keine Licht, kein Ort in Sichtweite. Ausserhalb des Kegels meiner Stirnlampe ist es stockduster. Ich irre auf diesen erodierten Gesteinsplatten umher. Im Wahn, etwa zehn Kilometer wieder zur\u00fcckgelaufen zu sein. Wie konnte das passieren. Habe ich in einem dieser d\u00fcrren Waldst\u00fccke statt nach links den Abzweig nach rechts genommen? Ich konnte es mir nicht erkl\u00e4ren und bin doch sicher: hier war ich schon und muss diesen Streckenteil nochmals absolvieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-15573\" src=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Hallus.png\" alt=\"\" width=\"960\" height=\"700\" srcset=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Hallus.png 960w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Hallus-300x219.png 300w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Hallus-768x560.png 768w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Hallus-600x438.png 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px\" \/>Gedanken kreisen: das Rennen ist bereits vorbei. Sie werden mich suchen. Es wird auffallen, wenn ein L\u00e4ufer fehlt. Wann kommt der rettende Helikopter. Ich versuche, die Telefonnummer des Veranstalters zu finden. Kein Handyempfang. Demzufolge l\u00e4sst sich auch auf Google Maps der Standort nicht bestimmen. Ich war v\u00f6llig verloren. Ausserhalb des Verstandes. Ausser Kontrolle. Hilflos.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Rettung naht<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach einer gef\u00fchlten Unendlichkeit tauchte eine Stirnlampe aus der Dunkelheit auf. Ist das der rettende Trupp? Ich schreie ihn an, ob er ein L\u00e4ufer sei. Mit ruhiger Stimme best\u00e4tigte er es mir. In einem Durcheinander von Worten und Gedanken versuche ich ihm zu erkl\u00e4ren, was geschehen ist und stelle ihm wilde Fragen. Anstatt zu antworten, packt er mich an der Schulter und sagt: du bist m\u00fcde und ersch\u00f6pft, komm mit, wir gehen zusammen zum n\u00e4chsten Ort. Mir blieb keine Wahl. Ich musste ihm vertrauen. Selbst wenn er mich hinter dem n\u00e4chsten Busch in St\u00fccke zerreisst und sich mit kannibalischen Z\u00fcgen \u00fcber mich hermacht, war mir das gerade vollkommen egal.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als ich sp\u00e4ter, nach Zielankunft meine Route auf dem Mobiltelefon \u00fcberpr\u00fcfe, wird mir bewusst, ich habe mich nicht verlaufen. Ich hatte nur Halluzinationen.\u00a0 Ich bin nie zu dem Ort zur\u00fcckgekehrt, an dem ich zu sein glaubte. Ich war immer auf dem richtigen Kurs, habe mich einfach in einem kleinen Kreis bewegt. Mein Kopf fand in diesem Augenblick keine L\u00f6sung. Es lag nicht in meiner Hand, zu entscheiden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was denke ich, wenn es mal schwer geht bei solch einer Monsterbelastung, wurde ich k\u00fcrzlich gefragt. Ob ich in einem Satz sagen kann, wie ich es immer wieder schaffe, Grenzen zu \u00fcberwinden? Zuerst einmal k\u00f6nnen wir Grenzen nicht \u00fcberwinden. Eine Grenze ist meist nur eine rote Linie im Kopf. Als Mensch sind wir zu viel mehr in der Lage, als sich unser Gehirn vorstellen kann. Mit zunehmender Erfahrung ist mir bewusst, dass bis zum Limit meiner selbst noch viel Raum ist. Und wenn ich dann gef\u00fchlt doch mal an einem herausfordernden Punkt ankomme, w\u00fcrde ich es so umschreiben: <strong>Ich mache mir die Leichtigkeit des Lebens, dieses Augenblickes bewusst, w\u00e4hrend ich an meinem pers\u00f6nlichen Grenzzaun stehe und neugierig ins Ungewisse schaue.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und irgendwie erreiche ich dann die Stadtgrenze von Ciutadella. Auf den letzten Kilometern war ich allein. Einfache Wegf\u00fchrung, die Lichter der Stadt immer vor mir. Es bleiben noch ca. f\u00fcnf Kilometer durch urbane Gefilde. Nach dem stundenlangen Cruisen auf dunklen Naturpfaden sind die asphaltierten, hell beleuchteten Strassen ungewohntes Terrain. Potential zu Verlaufen gibt es hier definitiv. Es dauerte auch gar nicht lange bis ich, nur mit Hilfe eines anderen, ortskundigen L\u00e4ufers an entscheidenden Weggabelungen den richtigen Abzweig genommen habe. W\u00e4hrend der vergangenen Stunden hatte ich mich damit abgefunden, das Ziel nicht mehr innerhalb meines Zeitlimits zu erreichen. Jetzt, nur noch wenige Kilometer verbleibend, wies mich der Mitstreiter darauf hin, dass ich es noch schaffen kann, wenn ich straff renne.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Grande Finale<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und dann, nur einen Kilometer vor dem Ziel treffe ich auf die Helfer, die die Streckenmarkierung entfernen. Bei uns w\u00fcrden wir sie den \u00abBesenwagen\u00bb nennen. Einer schreit mir zu: \u00abSprint!!! Wenn du nicht sprintest, wirst du es nicht schaffen! Das Ziel wird Punkt 1.01 Uhr geschlossen!\u00bb Ich renne wie der Teufel. Nach 184 Kilometern liessen sich Reserven entlocken, die mir einmal mehr gezeigt haben, dass unsere Grenzen ganz wo anders sind, als wir sie vermuten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zweihundert Meter vor dem Ziel wartet dann Dino, der Speaker auf den letzten Finisher des 2025 Trail Menorca Cami de Cavalls. \u00a0Wer das sein wird? Na, dreimal darfst du raten: um 1.00.38 Uhr am sehr fr\u00fchen Sonntag \u00fcberquere ich die Ziellinie und \u00f6ffne das letzte verbleibende Gate. Und hinter mir wurde es f\u00fcr diese Austragung geschlossen. Auf den Punkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Feier im Ziel war grossartig. Es gab es eine Gruppe spanischer L\u00e4ufern mit ihren Angeh\u00f6rigen, die mir in diesen schwierigen Situationen geholfen haben. Sie haben vor mir das Ziel erreicht und applaudieren und feiern. Und Lluis, der Organisator, hat mir pers\u00f6nlich die Medaille umgeh\u00e4ngt. Es ist schon etwas Wahres daran, wenn man sagt: der Sieger und der Letzte erfahren besondere Aufmerksamkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-15574\" src=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Last-Gate.png\" alt=\"\" width=\"960\" height=\"700\" srcset=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Last-Gate.png 960w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Last-Gate-300x219.png 300w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Last-Gate-768x560.png 768w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Last-Gate-600x438.png 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px\" \/>Welche Gef\u00fchle mich auf der Ziellinie durchstr\u00f6mten? Hmmm, gute Frage. Im Augenwinkel sah ich die beiden Jungs, die mich einen Kilometer vor dem Ziel zum Sprint gedr\u00e4ngt haben. Und Dino, der Sprecher. Und viele fr\u00f6hliche Gesichter. Ich war einfach nur gl\u00fccklich, hier zu sein. In diesem Moment. Keine grossen Gedanken. Kein Bedauern. Nur Emotionen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Randbemerkung: aufgrund der unterschiedlichen Zeitlimits hatten einige der 40 Stunden L\u00e4ufer das Ziel nat\u00fcrlich auch bereits erreicht. In der Endabrechnung bin ich also nicht Letzter, sondern auf einem Mittelplatz als 93. Verst\u00e4ndlich? Oder zu verwirrend? Dann einfach mal selbst teilnehmen und dir bleibt gen\u00fcgend Zeit, dich mit dem Thema auseinanderzusetzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>F\u00fcr wen ist der TMCDC geeignet?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer nach 185 Kilometern wieder in Ciutadella einl\u00e4uft, hat mehr als nur ein Rennen beendet. Er hat die ganze Insel erlaufen, die Elemente gesp\u00fcrt und eine immense Reise mit sich selbst und in sich selbst unternommen. 169 der 322 Starter werden in diesem Jahr dieses Ziel sehen und erleben. Der Empfang am finalen h\u00f6lzernen Tor ist herzlich, fast famili\u00e4r. Der Speaker feiert jeden Einzelnen als Sieger. Umarmungen werden nicht nur zwischen L\u00e4ufern ausgetauscht. Die Freundlichkeit und Aufmerksamkeit der Helfer an diesem Event sind hervorzuheben. Die Medaille wird dabei fast nebens\u00e4chlich \u2013 das Erlebnis bleibt f\u00fcr immer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der lange Bakken hier beim Trail Menorca Cami de Cavalls ist nichts f\u00fcr Laufanf\u00e4nger. Wer sich auf die 185 Kilometer wagt, sollte Erfahrung mit \u00fcberlangen Distanzen, schwierigem Untergrund, eine gute Vorbereitung und vor allem mentale St\u00e4rke mitbringen. Es ist kein gew\u00f6hnlicher Ultratrail. Er ist eine Ode an die Natur, an das Laufen und an die eigene Willenskraft. Wer Menorca einmal auf diese Weise umrundet hat, sieht die Insel \u2013 und sich selbst \u2013 mit anderen Augen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-15570\" src=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Finisher.png\" alt=\"\" width=\"960\" height=\"700\" srcset=\"https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Finisher.png 960w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Finisher-300x219.png 300w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Finisher-768x560.png 768w, https:\/\/maikbecker.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Finisher-600x438.png 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>N\u00e4chste Austragung<\/strong><br \/>\n01. &#8211; 03. Mai 2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Webseite <\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/trailmenorca.es\/en\/\">https:\/\/trailmenorca.es\/en\/<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Distanzen<\/strong><br \/>\n185km &#8211; TMCDC<br \/>\n100 km &#8211; TMCN<br \/>\n85 km &#8211; TMCS<br \/>\n58 km &#8211; PTCN<br \/>\n44 km &#8211; PTCS<br \/>\n27 km &#8211; STCN<br \/>\n11 km &#8211; Starter<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Photo Credits <a href=\"https:\/\/trailmenorca.es\/en\/\"><strong>Trail Menorca Cami de Cavalls<\/strong><\/a> und <strong><a href=\"https:\/\/www.actreme.com\/\">ACTREME<\/a><\/strong><\/p>\n<p>\u00a0[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column][vc_column_text css=&#8220;&#8220;] Wo Himmel, Meer und epische Pfade gnadenlos aufeinandertreffen Eine Runde um die Insel &#8211; Menorca at a glance sozusagen. 185 Kilometer misst der alte Reiterweg Cami de Cavalls [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":15580,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[22,31,34,36,47],"tags":[39,21,28,32,46,30,37,38,48],"class_list":["post-15565","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-laufen","category-reise","category-sport","category-ultralauf","category-wettkampf","tag-blog","tag-laufen","tag-reise","tag-running","tag-sport","tag-travel","tag-ultramarathon","tag-ultrarunning","tag-wettkampf"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.3 - 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